Ludwigshafen
Tag des offenen Denkmals im Ebertpark eröffnet
„Ich musste auch erst lernen, dass ein Denkmal mehr sein kann als ein Gebäude und dass auch die Bepflanzung eine Rolle spielen kann“, räumte Denkmalpfleger Matthias Ehringer bei der zentralen Eröffnung des Tags des offenen Denkmals im Ebertpark ein. Die Eberthalle und der sie umgebende Park seien deshalb zusammen mit der Ebertsiedlung als Gesamtensemble zu sehen. „Der Quellgarten ist als Sondergarten gemeinsam mit der Eberthalle entstanden“, erklärte Harald Sauer, der Gärtnerische Leiter.
Quellgarten wie der gesamte Ebertpark seien in einem ständigen Umbau. „Rasen ist zum Beispiel ein großer Klimaverlierer.“ Deshalb seien die weitläufigen Flächen im Park ein Auslaufmodell, für die Sauer und sein Team nach einer Nachfolgelösung suchen, erläuterte der Fachmann bei einem Rundgang. Ehringer erinnerte hingegen an die Eröffnung von Halle und Garten im Jahr 1965: „Damals hat man den Quellgarten in der Halle nachgebaut“, zeigte er anhand des damals ausgehängten Jubiläumsplakats, dessen Original im Stadtarchiv lagert. Selbst die Pflanzenhöhe habe durch die unterschiedlichen Blickachsen eine Rolle gespielt.
Zehn Stationen
Und auch die Halle selbst habe Besonderheiten, die zumindest mit gärtnerischer Hilfe sichtbar gemacht wurden. „Die Aufliege-Rollen für das Dach waren komplett zugewuchert. Die haben wir jetzt wieder freigelegt“, erläuterte Thewalt. Er zeigte auf den äußersten Rand der geschwungenen Konstruktion, die unter dem Hallenboden von einem Spannseil in Form gehalten wird. Details, auf die Matthias Ehringer und Tanja Ludwig von der unteren Denkmalschutzbehörde verwiesen.
Solche Details gab es noch viele zu entdecken. In der Eberthalle, im umgebenden Park, der zunächst einmal eine Wirtschaftsförderungsmaßnahme war und sich über acht Hektar erstreckte – mittlerweile sind es derer 24, und auch an den neun weiteren Stationen, die sich zum Tag des offenen Denkmals den Besuchern präsentierten, etwa das Schillerhaus in Oggersheim oder die beiden Bunker in der Valentin-Bauer-Straße und an der Passadenaallee.
Ebertpark feiert 10. Jubiläum
Die Stadtspitze hofft, dass im kommenden Jahr die zentrale Eröffnungsveranstaltung des Landes an der Eberthalle stattfinden wird. „Immerhin werden Ebertsiedlung und der Park nächstes Jahr 100 Jahre alt“, erklärte Ehringer. Bis dahin gibt es aber vor allem für die Gärtner noch eine Menge Arbeit, so Sauer. Dann soll die künstliche Seelandschaft inklusive der gradlinigen Bachläufe, die aufgrund defekter Pumpen und leckender Becken schon lange kein Wasser mehr führen, trotzdem als „gebaute Natur“ mit sinnvoll angepasster Bepflanzung im Kontext mit der schwungvollen Geste der Friedrich-Ebert-Halle wieder für die Besucher erlebbar sein.