Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel SV Waldhof: Eine klare Botschaft nach innen und außen

Marcel Seegert ordnet den Sieg des SV Waldhof gegen Uerdingen hoch ein.
Marcel Seegert ordnet den Sieg des SV Waldhof gegen Uerdingen hoch ein. Foto: P.I.X.

Mit dem klaren 3:0-Erfolg beim KFC Uerdingen setzte der SV Waldhof Montagabend ein klares Zeichen. Der Drittligist bewies in den 90 Minuten, dass er Widrigkeiten trotzen kann. Das ist wohl auch in den kommenden Wochen nötig.

Marcel Seegert ist ein vielschichtiger Mensch, der nicht nur an das Hier und Jetzt denkt. Der Innenverteidiger des SV Waldhof hat das ganze im Blick, wenn er über seinen Verein spricht. „Für die nächsten Wochen war das heute ganz wichtig, weil eine Richtung vorgegeben worden ist“, sagte das Eigengewächs. Er stand in den Katakomben der Arena in Düsseldorf, wo die Mannheimer gerade 3:0 gegen den KFC Uerdingen gewonnen hatten. Viel wichtiger als die drei Punkte in der Tabelle war Seegert die Botschaft, die mit dem Ergebnis, aber auch mit der Art und Weise des Spiels nach innen und außen versendet wurde.

Negativserie abgewendet

Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft und nach der ersten Saisonniederlage eine Woche zuvor gegen Würzburg hätte eine weitere Pleite beim KFC dafür gesorgt, dass aus den positiven Serientätern, die 29 Mal hintereinander in der Liga nicht verloren hatten, plötzlich negative Serientäter geworden wären, die drei Mal nicht gewonnen hätten. Seegert und mit ihm alle beim SVW waren froh, dass dieser Satz im Konjunktiv stehen blieb. Der Eindruck, den die Waldhöfer als Neuling bislang in der Liga hinterlassen haben, bleibt also bestehen.

„Wir sind es ja nicht gewohnt, zu verlieren“, sagte Bernhard Trares und war froh, dass seine Mannschaft eine passende Reaktion auf das 1:2 gegen Würzburg gezeigt hatte. Der Waldhof-Coach bewährt sich in seiner Zeit im Klub vor allen in den seit Januar 2018 sehr seltenen Momenten der negativen Erlebnisse, weil er eine beinahe stoische Ruhe ausstrahlt, die unweigerlich auf seine Spieler abfärbt.

Auch Conrad fällt aus

Das hilft letztlich dem gesamten Klub und wird in den kommenden Wochen wichtig werden. Denn nach dem Duell mit den Uerdingern hat sich die personelle Lage bei den Waldhöfern weiter verschärft. Kapitän Kevin Conrad zog sich bei einem Zweikampf einen Bänderverletzung am Knöchel zu und fällt voraussichtlich zwei Wochen aus. Der Verteidiger reiht sich damit in die immer länger werdende Liste der Ausfälle ein.

Vor allem ist bitter, dass Trares und dem SVW nach und nach wichtige Spieler wegbrechen. Markus Scholz (Kreuzbandriss) und Valmir Sulejmani (Syndesmosebandriss) mussten operiert werden und fallen lange aus. Der Torhüter und der Top-Stürmer standen deshalb in Düsseldorf gar nicht erst auf dem Platz, ab der 33. Minute fehlte auch noch der Kapitän. Es ist deshalb eine starke Botschaft nach innen und außen, dass die Mannheimer ohne ihren Kapitän, ohne ihren Stammkeeper und ohne ihren besten Stürmer klar und deutlich gegen Uerdingen gewannen.

Ferati und Hofrath überzeugen

Wichtig ist die Erkenntnis für die Waldhöfer selbst, denn es ist ja klar, dass sich zunächst einmal nur wenig an der personellen Malaise ändern wird. Die drei Stammkräfte fehlen ohnehin und mit Ausnahme von Gianluca Korte (Muskelprobleme im Oberschenkel) sind erst einmal keine Rückkehrer zu erwarten. Mounir Bouziane und Mohamed Gouadia sind noch nicht spielfähig – Raffael Korte, Jesse Weißenfels und Jan Just befinden sich zudem noch in der Reha-Phase.

„Ich freue mich für alle, die heute reingekommen sind und ihre Sache richtig gut gemacht haben“, sagte Seegert nach dem 3:0 mit Blick auf Arianit Ferati und Marcel Hofrath. Ferati hatte seinen ersten Startelfeinsatz in dieser Saison und krönte den mit einem schönen Treffer zum 2:0, Hofrath hatte bislang ganze 23 Minuten auf dem Platz gestanden, kam für den verletzten Conrad aufs Feld und zeigte eine gute Leistung. Am Sonntag im Heimspiel gegen Hansa Rostock dürften beide in der Startformation stehen.

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