Ludwigshafen Superstar Kartoffel

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Fußgönheim

. Die „Hall of Fame der Teufelsfrucht“ schrieb die RHEINPFALZ am 5. April 1997 über das Deutsche Kartoffelmuseum in Fußgönheim. Damals wurde der erweiterte Trakt, dessen Herzstück die ehemalige Synagoge ist, eröffnet. Heute, 20 Jahre später, steht erneut eine Veränderung an. Der vordere Museumsteil im ehemaligen RV-Bank-Gebäude ist ausgeräumt und auch die frühere Synagoge wird in den kommenden ein bis zwei Jahren kurzzeitig für eine Modernisierung schließen. Um zukunftsfähig zu bleiben. Um die Kartoffel noch besser zu präsentieren. Ludwig von Heyl, Diplom-Agraringenieuer, ehemaliger Kartoffelbauer und seit 2015 Vorsitzender des Vereins „Deutsches Kartoffelmuseum Fußgönheim“, hat konkrete Pläne: Das Deutsche Kartoffelmuseum soll in Zukunft mehr als ein reines Museum sein, der Vereinszweck der „musealen Darstellung der geschichtlichen Entwicklung des Kartoffelanbaus und der Kartoffelverwertung in Deutschland“ erweitert werden. Der Verein will zeitgenössische Aspekte wie Informationen zum Rohstoff Kartoffel oder Diskussionen um das Thema Genkartoffeln einbinden und die bereits vorhandene Bibliothek ausweiten. Zudem soll ein Bereich zur Ernährungspadagogik entstehen. „Die Ernährungsschiene ist gut. So kommen wir weiter“, ist sich von Heyl sicher. Der Verein möchte in den Räumen eine Küche einrichten, in der Projekte der Erzeugergemeinschaft „Pfälzer Grumbeere“ umgesetzt werden können. Im Idealfall soll jede Woche eine Schulklasse zu Gast sein, die – mit Unterstützung der Landfrauen – erfährt, dass man aus Kartoffeln mehr machen kann als nur Pommes. „Ich habe auf meinem Hof selbst erlebt, dass dieses Wissen bei einigen Kindern fehlt“, sagt der aus Bobenheim-Roxheim stammende von Heyl. Die Ausstellungsräume selbst werden im Zug der Umgestaltung aufgepeppt und mit neuen Vitrinen und Schautafeln bestückt. „Was doppelt ist, kommt weg“, erzählt der Vorsitzende. Informationen rund um die Kartoffel sollen Besucher zukünftig auch in Form von kurzen Filmen bekommen. Unterstützung bei der Planung erhalten die Fußgönheimer von Sebastian Arnold vom Verein für Zigarrenmuseum und altes Brauchtum Rödersheim-Gronau. Was die Finanzierung – die Höhe der Kosten steht aktuell noch nicht fest – der ganzen Chose angeht, setzen von Heyl und seine Vereinsmitstreiter auch auf die Kartoffelindustrie. Firmen, Genossenschaften und Züchter sollen sich im Idealfall im Museum präsentieren und als Geldgeber fungieren. „Das sind Leute, die Interesse daran haben, dass das Kulturgut Kartoffel einen zentralen Raum einnimmt“, erklärt der Bobenheim-Roxheimer. Zudem rechnet er auch mit Zuschüssen des Ministeriums. „Wir müssen alle Stellen anzapfen“, sagt von Heyl. „Es ist ja nicht für uns, sondern für die Allgemeinheit.“

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