Ludwigshafen Stratege für den Ernstfall

Wird heute offiziell zum stellvertretenden Stadtfeuerwehrinspekteur ernannt: Jochen Hummel.
Wird heute offiziell zum stellvertretenden Stadtfeuerwehrinspekteur ernannt: Jochen Hummel.

Jochen Hummel komplettiert ab heute die Führungsspitze der Berufsfeuerwehr. Der 40-Jährige ist ein Jahr lang auf seine neue Aufgabe vorbereitet worden. Er freut sich auf die Rückkehr in die Hauptfeuerwache am Kaiserwörthdamm. Der neue stellvertretende Feuerwehrchef kümmert sich vor allem den Katastrophenschutz.

„Damit sind wir für die Zukunft hervorragend aufgestellt.“ Feuerwehrdezernent Dieter Feid (51, SPD) ist zufrieden. Schon vor vielen Monaten sind die Weichen zur Neuausrichtung der Berufsfeuerwehr gestellt worden. Dies betrifft die internen Abläufe durch Umorganisationen, aber auch den Faktor Personal. So hat der Stadtrat jüngst elf zusätzlichen Stellen bei der Berufswehr zugestimmt. Und auch die Führungsspitze wurde erweitert. Aus dem seit 1. März 2017 amtierenden Duo Stefan Bruck (50) und Jan Deubel (35) wird mit Jochen Hummel (40) nun ein Trio. Der Neue wird der zweite Stellvertreter von Stadtfeuerwehrinspekteur Bruck. Während dieser als Chef den Blick aufs Ganze und auch die Freiwillige Feuerwehr hat und Deubel sich vor allem um die Gefahrenabwehr und den Betrieb der Wachen kümmert, baut Hummel nun die neue Abteilung Katastrophenschutz auf. „Wir wollen flexibler werden und als Team noch besser reagieren können“, so beschreibt Hummel seine Erwartungen an die neue Rolle. Das Feuerwehrgeschäft in Ludwigshafen kennt er schon lange. Er hat die Ausbildung bei der BASF-Werkfeuerwehr absolviert und dort von 2004 bis 2011 gearbeitet. Zum 1. April 2011 ist er zur Berufsfeuerwehr gekommen – und wird heute Nachmittag offiziell zum neuen stellvertretenden Stadtfeuerwehrinspekteur ernannt. Ein Jahr lang ist er auf die Führungsaufgabe bei Hospitanzen in ganz Deutschland vorbereitet worden. „Jetzt freue ich mich wieder auf die Kollegen“, sagt Hummel. Es seien spannende Zeiten: „Wir sind im Umbruch. Aber die Stadt wandelt sich, darauf müssen wir uns als Wehr auch einstellen.“

4000 Einsätze pro Jahr

Inhaltlich wird er an das anknüpfen, was er vor der Beförderung schon betreut hat: den Katastrophenschutz. Dabei habe er 2015 federführend mit dem damaligen Feuerwehrchef Peter Friedrich etwa die Flüchtlingskrise gemeistert. „Das war eine spannende und aufregende Zeit.“ Denn morgens habe die Stadt erfahren, dass per Bus Flüchtlinge kommen. „Und wir haben für alle Unterkünfte hinbekommen.“ Die damaligen Erfahrungen hätten dazu geführt, den Katastrophenschutz zu einer größeren Abteilung auszubauen. Fünf Köpfe wird Hummels Team künftig umfassen. Außerdem haben die großen Unglücke der vergangenen sechs Jahre – Brand auf der Parkinsel, Gasexplosion in Oppau/Edigheim und Explosion im BASF-Nordhafen – gezeigt, dass der Bereich Katastrophenschutz ausgebaut werden müsse: „Wir müssen vorbereitet und für solche Fälle aufgestellt sein. Auch wenn wir alle hoffen, dass wir von solchen Einsätzen lange verschont bleiben.“ Wie anspruchsvoll die Arbeit der Berufswehr sei, erkenne man an den 4000 Einsätzen pro Jahr – „und die Tendenz ist ja steigend“. Die Herausforderung seines Jobs beschreibt Hummel so: „Wir müssen Großeinsätze so meistern, dass das Alltagsgeschäft weitergehen kann.“ Deshalb liegt es an ihm, als Stratege für den Ernstfall die passenden Pläne und Konzepte zu entwickeln, sodass in solchen Momenten alle Rädchen – etwa auch die Rettungsdienste, Notärzte, große Firmen wie die BASF und Behörden in der Region – ineinander greifen. „Ganz wichtig ist die Warnung der Bevölkerung, denn die Menschen müssen wissen, was passiert ist und wie sie sich zu verhalten haben“, erklärt Hummel. Daher gehe die Umrüstung der Sirenen in der Stadt weiter, und am 9. April werde erneut die App Katwarn getestet. „Wir müssen ja auch in den modernen Medien vertreten sein.“ Zum großen Bereich von Hummel gehören auch die Übungen und Konzepte für Hochwasserschutz oder Ausfälle bei der Strom- und Trinkwasserversorgung. „In all diesen Fällen müssen alle Abläufe klar und besprochen und geübt sein.“

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