Ludwigshafen
Start des Ausbildungsjahrs: Auf dem Weg zum Aniliner
„Damit sind fast alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzt“, freute sich Markus Hermann, Leiter der Aus- und Weiterbildung. Es ist das kleine Wort „fast“, das hellhörig werden lässt. „Es ist ein weltweites Unternehmen und ich will gerne auch einmal im Ausland arbeiten“, erklärt Sebastian Jakob seine Wahl. Der 18-Jährige aus dem hessischen Bürstadt ist bisher der Erste in seiner Familie, der sich für eine Ausbildung bei der BASF entschieden hat. „Mir liegt das handwerkliche Arbeiten. Ich bin schon als Kind am Werk vorbeigefahren und war beeindruckt“, erklärte der angehende Anlagenmechaniker.
Auch die Ludwigshafenerin Chiara Burojevic hat sich für diesen Beruf entschieden. „Ich habe mich nach dem Fachabitur umgeschaut und einiges ausprobiert. Ich bin einfach nicht gerne in einem Büro. Anlagemechanik ist das, was meinen Fähigkeiten entspricht.“ Für sie ist klar: „Die BASF ist ein super Arbeitgeber. Hier kann ich zu meinen Stärken finden.“
Auf der Suche nach Tor 11
Ein wenig aufgeregt war sie vor dem ersten Arbeitstag trotzdem. „Ich habe erst einmal meinen Bruder gefragt, wo Tor 11 ist.“ Hätte es ihr der Bruder, ihr Freund oder auch andere Familienangehörige, sie alle arbeiten ebenfalls bei der BASF, nicht verraten, dann wäre ihr sicherlich trotzdem schnell geholfen worden. „Es ist gut, dass man in diesem riesigen Werk von Anfang an nicht allein ist“, ergänzte Jakob.
Damit hatten die beiden in wenigen Worten schon einen Großteil der Vorteile aufgezählt, die Ausbildungsleiter Hermann und Diana Kalweit als Leiterin des BASF-Ausbildungsmarketings zuvor in aller Ausführlichkeit dargestellt hatten. „Das hohe Engagement, die Verlässlichkeit und den Aniliner-Teamspirit“, hatte Hermann dies genannt. Er weiß: „800 Ausbildungsplätze klingt viel, 800 Plätze sind auch viel.“
Eisenbahner gesucht
Genau genommen waren mit BASF (700) und BASF-Ausbildungsverbund (102) sogar 802 Plätze in 30 Berufsbildern zu besetzen. Ganz sei das zum Stichtag am 1. September nicht gelungen, räumte er ein. „Aktuell haben wir noch zwei Stellen als Eisenbahner, zwei Elektroniker für Automatisierungstechnik im dualen Studium sowie Einzelplätze in der Gastronomie zu vergeben.
„Das liegt aber auch daran, dass sich junge Menschen immer später entscheiden“, erklärte Kalweit. So sei am 31. August beispielsweise noch eine Absage für eine eigentlich besetzte Stelle eingegangen. „Aber wir gehen davon aus, dass wir die Stellen noch im laufenden Verfahren besetzen können“, zeigte sie sich optimistisch. Fest steht jedenfalls, dass die BASF mit dem Standort Ludwigshafen weiterhin ein attraktiver Arbeitgeber ist. „Mit rund 9200 Bewerbungen haben wir wieder an die Vor-Corona-Zeit angeknüpft“, so Hermann.
90 Prozent werden übernommen
Im Vorjahr sind noch rund 10.500 Bewerbungen auf dem Schreibtischen der Personalabteilung gelandet, aber das sei ein absoluter Rekordwert gewesen. „Bundesweit befindet sich die Anzahl der Bewerbungen aktuell auf einem historischen Tiefststand.“ Diesem Trend steuere die BASF entgegen, betonte Hermann. Die Vorzüge des Arbeitgebers würden überzeugen. Sei es die Übernahmequote von rund 90 Prozent oder eben die Aufstiegsmöglichkeiten.
Ein gutes Beispiel dafür steht mit Simon Enkler mittlerweile „auf der anderen Seite“. Er hat mit dem Berufsorientierungsjahr des Unternehmens begonnen. „Dabei habe ich mich für eine Ausbildung als Industriemechaniker entschieden.“ Über die Abendschule hat er, mit Unterstützung des Werkes, seinen Meister nachgeholt und ist seit zwei Jahren Fachausbilder der angehenden Industriemechaniker. Er weiß nur zu gut, wie sich die jungen Leute bei ihrem ersten Besuch im großen Werk fühlen und mit den Fotos für den Werksausweis und der Einkleidung mit der Sicherheitskleidung die ersten Schritte auf dem Weg zu einer Karriere in der Anilin machen.