Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Stadtrats-Mehrheit fürs „Metropol“

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Die Baugrube am Berliner Platz. Hier soll das »Metropol« hin.

Stadtrat treibt drei millionenschwere Bauprojekte voran - Hitzige Debatte um Parkhaus

332 Stellplätze sind für den auf 70 Millionen Euro geschätzten „Metropol“-Komplex vorgeschrieben – ein äußerst umstrittener Entwurf mit zwei 67 und 29 Meter hohen Türmen. Eine unterhalb des benachbarten Platanenhains geplante Tiefgarage bietet aber nur Platz für 135 Fahrzeuge. Das beauftragte Architekturbüro RKW aus Düsseldorf schlägt deshalb mit Investor Timon Bauregie (Ettlingen) vor, ein bis zu vierstöckiges Parkhaus auf dem Platanenhain zu errichten, um ausreichend Parkraum zu schaffen. RKW-Vertreterin Tanja Frink sprach von einem „Multifunktionshaus“ mit begrünter Fassade, in dem Elektrolade- sowie Packstationen für Pakete und Carsharing-Angebote vorgesehen sind. Die Platanen sollen an den Berliner Platz versetzt werden.

Projektentwickler: "Wollen Häuser schnell hochziehen"

Um das bereits 2014 präsentierte, aber wegen Finanzierungsproblemen ins Stocken geratene Hochhausprojekt auf den Weg zu bringen, stimmte eine klare Mehrheit von SPD, CDU, LKR und FWG für eine Offenlage der Pläne – ab Mai können einen Monat lang Einsprüche geltend gemacht werden. Es ist ein erster Schritt, um das Projekt bis Ende 2022 umzusetzen. An der Parkhaus-Frage entzündete sich eine Debatte. So forderte David Guthier (SPD), Alternativ-Standorte für ein Parkhaus zu prüfen, etwa zwischen Otto-Stabel-Straße, Musikschule und dem neu geplanten Pfalzwerke-Sitz an der Wredestraße. „Wir sind froh, dass es endlich vorangeht, der Zeitplan ist sehr ambitioniert. Daran werden wir Sie messen“, sagte er an die Adresse der Projektentwickler gerichtet, zu denen auch Timon-Kapitalgeber Stefan Keller von der TE-Gruppe (München) zählt. Er warb um Vertrauen: „Es gibt einen klaren Finanzplan, wir haben schon einen siebenstelligen Betrag in das Projekt geschossen. Wir sind nicht diejenigen, die weglaufen. Wir wollen die Häuser schnell hochziehen.“

Grüne: "Kein Parkhaus, für das Grünanlagen geopfert werden"

Die Grünen konnte er nicht überzeugen. „Wir halten ein Hochhaus für falsch an dieser Stelle“, sagte Christian Brückmann. Die Verschattungsprobleme für Anwohner würden verharmlost, die Belegung sei unausgewogen. Und: „Ludwigshafen braucht auch kein Parkhaus, für das Grünanlagen geopfert werden.“ Seine Partei habe den Glauben an die Investoren verloren, sagte Fraktionsvorsitzender Hans-Uwe Daumann. „Wir brauchen eine Diskussion für ein Gesamtkonzept am Berliner Platz.“ Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) konterte mit Verweis auf die Baugrube im Zentrum: „Wer keine Bebauung will, mutet den Bürgern den Status quo zu.“ Gegen die Pläne stimmte auch die Linkspartei. „Unser Vertrauen ist dahin. Das ist nur scheußlich“, sagte Sabine Gerassimatos zum geplanten Parkhaus. „Sehr große Bauchschmerzen“ hat auch Thomas Schell von der FDP-Fraktion, die sich enthielt. „Wir sind enttäuscht. Burger-Grill-Buden und Büros bringen Ludwigshafen nicht weiter.“ Süd brauche auch kein zweites Gesundheitszentrum neben dem Lusanum, meinte er zu den angekündigten Mietern. „Dass hier ein neues Wahrzeichen für Ludwigshafen entstehen soll, kann ich nicht erkennen.“

Dillinger: Bedarf für Büros ist gegeben

Die LKR segnete die Pläne ab. „Das ist nicht schön, aber genehmigungsfähig“, sagte Andreas Kühner. Das Parkhaus auf dem Platanenhain, der sich im Besitz von Stadt und Sparkasse befindet, wirke jedoch wie ein „Stahlskelett“, der gesamte „Metropol“-Komplex sei „ein Monolith, der die Landschaft versiegelt“. Peter Uebel (CDU) sagte, seine Partei habe immer an das Projekt geglaubt. Diese Beharrlichkeit werde jetzt belohnt. Verlorenes Vertrauen müsse zurückgewonnen werden. Der Knotenpunkt Berliner Platz sei eine „1a-Lage“, diese „erste Geige eines Orchesters“ müsse bald wieder bespielt werden. „So wie bisher kann es jedenfalls nicht weitergehen“, sagte Rainer Metz (FWG). Baudezernent Klaus Dillinger (CDU) stellte klar, dass es sich bei dem Nachfolge-Objekt für die 2015 abgerissene „Tortenschachtel“ um ein Privatvorhaben handele und nicht um ein öffentliches Projekt. Der Bedarf für Büros sei gegeben. Über künftige Parkhaus-Varianten müsse nun diskutiert werden. Wie berichtet, sind im Erdgeschoss des höheren Turms kleinere Läden und Gastronomie vorgesehen. Ein Hotel mit 182 Betten soll die Flächen bis in den neunten Stock belegen. Ankermieter ist die Centro-Hotelgruppe. Darüber sind weitere neun Stockwerke mit Büros geplant. In das Nebengebäude sollen in sechs Etagen Praxen (Ärzte, Anwälte, medizinische Dienstleister) unterkommen. Für 36 Prozent der gesamten Mietflächen gebe es bereits unterschriebene Verträge, die rund 40 Prozent der kalkulierten Einnahmen bringen sollen, sagte TE-Chef Keller.

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