Ludwigshafen Stadtradeln: Förderschulen erhalten Newcomer-Preis
Der Entschluss, sich als Schule beim Stadtradeln anzumelden, „war eine spontane Aktion in der letzten Konferenz vor den Sommerferien“, erzählt Schulleiterin Nicole Fußer. Noch bevor die Konferenz zu Ende war, hatte Gemma Bösherz als Teamkapitänin die Anmeldung in trockene Tücher gebracht. Viel Überredungskunst brauchte es seitens der Schulleiterin dann auch nicht, die Mosaikschule und zweite Förderschule Ludwigshafens zu einer Teilnahme zu überreden.
Umso größer war die Freude, dass beide Schulen beim Stadtradeln gleich abgeschnitten haben. Sie erreichten den ersten Platz bei der Anzahl der Teilnehmer pro Schülergesamtzahl. Sie beträgt in der Oggersheimer Rheinhorststraße 330 Kinder und Jugendliche, wie die Leiterin berichtet. Als Preis erhielten die Gewinner der Kategorie Newcomer-Schule einen Scheck von der Sparkasse Vorderpfalz, den sich die beiden Förderschulen teilen.
Gute Platzierungen auch in anderen Kategorien
Auch eine weitere Platzierung machte die Teilnehmer stolz: Sie erreichten den dritten Platz sowohl in der Kategorie Anzahl der Fahrten als auch bei den gefahrenen Kilometern pro Schülergesamtzahl. „Im Aktionszeitraum seid ihr 575 Mal aufs Rad gestiegen. Alle Teilnehmer sind zusammen 6112 Kilometer gefahren“, fasste Andrea Ballhause die Bilanz des Radelns zusammen. Nur knapp davor, auf Platz zwei, lag das Max-Planck-Gymnasium. „Vielleicht ein Anreiz, das nächste Jahr wieder mitzumachen“, spornte Umweltdezernent Alexander Thewalt (parteilos) Schüler und Lehrer an.
Mit dem Fahrradfahren konnten die Schüler eine Menge Schadstoffe in Form von Kohlenstoffdioxid einsparen: nämlich 978 Kilogramm oder 497.810 Liter; ein Volumen, das dem gesamten Raum der Schulturnhalle entspricht. Bei der Gesamtzahl der geradelten Kilometer lag das Max-Planck-Gymnasium in Friesenheim mit 13.976 gefahrenen Kilometern deutlich vor dem Heinrich-Böll-Gymnasium Mundenheim. Bei der Anzahl der Radelnden tauschten die beiden die Rollen – hier hatte das Heinrich-Böll-Gymnasium die Nase vorn.
Im Alltag soll es weitergehen
Wenn es nach Andrea Ballhause aus der Stabsstelle Klimaschutz geht, sollen die gefahrenen Kilometer aber nicht auf das Stadtradeln beschränkt bleiben und im Alltag fortgeführt werden: „Wir zeigen euch auf, wie viele Kilometer in drei Wochen geradelt wurden. Das soll Lust machen, auch während des Jahres mehr Rad zu fahren“, erklärte sie Schülern und Lehrerinnen der Georgens-Schule zum Hintergrund des Stadtradelns.
Seit sechs Jahren beteiligt sich die Stadt an der bundesweiten Kampagne, die das Klimabündnis ausruft. Seit zwei Jahren stellt Ludwigshafen die Schulen bei der Auswertung in den Mittelpunkt. Immerhin konnten die beiden Förderschulen fünf weitere aus der Stadt hinter sich lassen. Von den beiden Sponsoren der Aktion, Lukom und Sparkasse Vorderpfalz, überreichte der Geschäftsstellenleiter der Sparkassen-Filiale Oggersheim persönlich einen Scheck. Sven Diener machte die Übergabe von 100 Euro dabei bewusst spannend. Die Schulleiterin hatte gleich eine Idee zum Einsatz des Preisgelds: „Das ist für unsere Fahrrad-AG. Da ist nämlich immer etwas zu reparieren“, erklärte sie.
Insgesamt 33 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart
„Nächstes Jahr sind wir sicher wieder dabei, wenn es von der Schulzeit passt“, prognostizierte sie. Angedacht sei vielleicht, mit den Schülern im Hof ein paar Runden zu fahren.
Mit den 1106 Radlern in Ludwigshafen hatten sich nur etwas weniger als im Vorjahr angemeldet. Bei 200.159 gefahrenen Kilometern lagen die Zahlen etwas mehr als 50.000 unter dem Wert des Vorjahres. Entsprechend verringerte sich die Gesamtzahl der Fahrten, bei 19.309 waren es über 3000 weniger. Insgesamt sorgte die Aktion dafür, dass 33 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart wurden.