Ludwigshafen Stadtnotizen: Awo fordert: Mehr gegen Armut tun

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„Es gibt viel Armut in unserer Stadt, man will sie aber nicht sehen“, klagt der Stadtkreisvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (Awo), Holger Scharff. „Immer wieder stellen wir fest, dass Kinder Probleme haben, eine Schulfahrt zu bezahlen. Sie können nicht auf Einladungen zu Geburtstagen oder mit Freunden ins Kino gehen, weil das Geld fehlt.“ Die Diskussion „Arm gegen Reich“, ausgelöst durch die aktuelle Tafel-Debatte, zeige, dass es zunehmend Menschen gebe, die mit ihrem monatlich zur Verfügung stehenden Mitteln nicht auskommen, so der SPD-Stadtrat. Es sei zwar sozial, wenn Suppenküchen oder Tafeln eingerichtet würden. „Viel sozialer und besser wäre es aber, den Menschen so viel Geld zur Verfügung zu stellen, dass sie ohne diese Hilfsangebote auskommen können“, meint Scharff. Er fordert „Löhne, von denen man leben kann“. Auch die Höhe der Transferleistungen müsse so angelegt sein, dass man vernünftig leben und davon einen Monat lang satt werden könne. „Geld ist vorhanden, man muss es nur entsprechend umschichten.“ Mit 100 Euro unterstützt die AfD die Beratungsstelle für Prostituierte unter dem Namen „Luna Lu“, die am Freitag – wie berichtet – von der Organisation „Pro Familia“ in Ludwigshafen eröffnet worden ist. Bei der Feier wurde auch ein Wohnwagen („Beratungs-mobil“) vorgestellt, der den direkten Kontakt mit Betroffenen erleichtern soll. „Mit dem Prostituiertenschutzgesetz, das zum 1. Juli 2017 in Kraft getreten ist, wurde ein erster Schritt in die richtige Richtung getan. Doch Prostituierte müssen auch über das Hilfsangebot aufgeklärt werden. Das Beratungsmobil ist hierfür ideal“, sagt der Vize-Vorsitzende des AfD-Kreisverbands Timo Weber (40), der bei der Einweihung vor Ort war und von dem Projekt „begeistert“ ist. In der Kirche St. Ludwig in der Bismarckstraße (Mitte) beginnt am Mittwoch, 21. März, 18 Uhr, der Vortrag „Kulturblicke: Südtiroler Holzkunst in Ludwigshafens Ludwigskirche“. Das erste Gotteshaus in Ludwigshafen war St. Ludwig an der Ecke Wrede-/Bismarckstraße. 1862 eingeweiht, wurde das Kirchengebäude gegen Ende des Zweiten Weltkriegs bis auf die Türme und den Chor weitgehend zerstört. Während der eigentliche Wiederaufbau 1954 abgeschlossen war, dauerte die künstlerische Ausgestaltung über Jahrzehnte an. Der „Kulturblick“ zur Fastenzeit ist vor allem dem Kreuzweg gewidmet, den der Südtiroler Bildschnitzer Helmuth Gebhard Piccolruaz aus St. Ulrich im Grödnertal geschaffen und 1987 fertiggestellt hat. Die 14 Stationen sind auf acht Tafeln aus Kastanienholz mit einer Größe von jeweils zwei Mal zwei Metern verteilt. Es handelt sich um das Ergebnis eines holzkünstlerisch-theologischen Dialogs mit dem langjährigen Pfarrer Paul H. Langhäuser. Die Kursgebühr beträgt fünf Euro und muss vor Ort entrichtet werden. Anmeldungen sind bis spätestens 15. März bei der Volkshochschule Schifferstadt unter den Telefonnummern 06235/44-302 oder 44-305 möglich.

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