Ludwigshafen
Sprachförderung: FWG wirft SPD „politische Rosstäuscherei“ vor
Die jüngsten Vorwürfe der Ludwigshafener Genossen zur angeblich „verschenkten Sprachförderung“ seien nicht nur unredlich, sie verschleierten auch, wer tatsächlich die Verantwortung für das Förderchaos trage: das SPD-geführte Bildungsministerium in Mainz, kontert die FWG.
Erstens: Das sogenannte Deputat für Sprachbeauftragte sei kein nachhaltig durchdachtes Konzept, sondern ein hektisch aufgesetzter Hilferuf des Ministerpräsidenten an sein eigenes Ministerium. Zweitens: Die Auswahl der Kitas erfolgte nicht vor Ort, sondern in Mainz. Das Land habe vorgegeben, welche Einrichtungen in das Modell aufgenommen werden – ohne Rücksicht auf Größe, Bedarf oder Personalsituation. Besonders absurd sei, dass kleine Kitas überproportional profitieren würden, während große Einrichtungen weitgehend leer ausgehen. „Das ist planlos und wirklichkeitsfern“, schimpft FWG-Vorsitzender Markus Sandmann.
Drittens stimme es schlicht nicht, dass Kitas „abgesagt“ hätten. Vielmehr sei es den ausgewählten Einrichtungen freigestellt worden, ob sie unter den gegebenen Bedingungen mitmachen. „Und genau da liegt das Problem: In Zeiten massiven Fachkräftemangels, gerade in Ludwigshafen, fehlen schlicht die Köpfe, um solche Programme umzusetzen“, so Sandmann. Viertens betreibe die SPD „politische Rosstäuscherei“. Die Liste der ausgewählten Kitas sei nicht einmal öffentlich zugänglich, sondern nur einem kleinen Kreis von Politikern bekannt.
Dass nun ausgerechnet SPD-Oberbürgermeisterkandidat Jens Peter Gotter versuche, daraus politisches Kapital zu schlagen und mit dem Finger auf angebliche Versäumnisse einzelner Träger zeige, sei ein durchsichtiges Manöver. Sandmann: „Wer das eigene Versagen in Mainz kaschieren will, sucht die Schuld beim Personal in Ludwigshafen.“
Die Realität sei: Ludwigshafen fehlten über 3000 Kita-Plätze, die Hälfte davon allein wegen des Fachkräftemangels. Pädagogische Fachkräfte seien längst überlastet und arbeiteten am Limit. Sprachförderkräfte, die es einmal gegeben habe, seien nach fünf Jahren Abbau und politischer Kurzsichtigkeit nicht mehr verfügbar. Die FWG fordert, dass das Land Verantwortung übernimmt und nachhaltige Strukturen für Sprachförderung schafft, statt mit großem Tamtam ein untaugliches „Deputatsprogramm“ als Lösung zu verkaufen. Wer den Kitas in Ludwigshafen helfen wolle, müsse sie endlich mit ausreichend Personal, Zeit und Ressourcen ausstatten – „nicht mit leeren Symbolprogrammen und anschließendem Fingerzeig auf die Träger vor Ort“, so Sandmann. Bei der OB-Wahl am 21. September unterstützt die FWG den CDU-Kandidaten Klaus Blettner (57).