Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel „Spontanitätsexperte“ Sascha Korf bei der Komischen Nacht in Ludwigshafen

„Nichts muss, alles kann passieren“, sagt Sascha Korf.
»Nichts muss, alles kann passieren«, sagt Sascha Korf. Foto: Robert Maschke/frei

Sascha Korf kommt. Bekannt aus der TV-Impro-Show „Mord mit Ansage“, gilt er als ausgemachter Könner der Improvisation und Spontaneität. Inwieweit dies auch live zutrifft, ist am Dienstag, 29. Oktober, zu überprüfen, wenn der Kölner Stand-up-Comedian neben weiteren Künstlern bei der dritten „Komischen Nacht Mannheim/Ludwigshafen“ zu erleben ist.

Der Mann befindet sich gerade im Übergang. Noch spielt Sascha Korf hin und wieder sein altes Programm, doch bereits eine Woche nach der „Komischen Nacht“ hat das neue Premiere. Waren seine Solo-Abende bislang „Aus der Hüfte, fertig, los!“ überschrieben, werden sie fortan „... denn er weiß nicht, was er tut“ heißen. Beide Titel beziehen sich auf Korfs Improvisationstalent und seine Bereitschaft, jeden Abend neu zu gestalten.

„Ich agiere auf Augenhöhe mit den Zuschauern“, erklärt der 51-Jährige, der schnell Kontakt zu seinem Publikum aufnimmt. Aber niemand werde vorgeführt, niemand beleidigt, gibt er Entwarnung. Sollte er spüren, dass es in Ludwigshafen und Mannheim akuten Diskussionsbedarf über lokale Themen gebe, werde er nach Möglichkeit versuchen, diese aufzugreifen und gemeinsam mit den Zuschauern durch den Kakao zu ziehen.

Dem Komiker durch die Lokale folgen

25 Minuten – so lange dauert ein Auftritt bei der „Komischen Nacht“, bei der die Künstler von Lokal zu Lokal tingeln – werden allerdings kaum ausreichen, Korf wirklich auf die Probe zu stellen. Genug Gags für eine knappe halbe Stunde hat der „Spontanitätsexperte“ (Eigenwerbung) allemal in petto, schließlich steht er schon seit zwölf Jahren auf der Kleinkunstbühne und wird sein fünftes Soloprogramm präsentieren. Interessanter wäre es in seinem Fall sogar, ihm über den Abend durch die Lokalitäten zu folgen und zu hören, ob er überall dasselbe erzählt.

Bevor Sascha Korf 2007 mit „Tausendsascha“ erstmals solo eine Bühne bespielte, war er bereits Gag-Autor für Comedians und eingeladen in TV-Impro-Comedy-Formate wie „Schillerstraße“ oder „Frei Schnauze“. Sein Improvisationstalent hatte er schon 2001 bei dem Kanadier Keith Johnstone, einem der Begründer des modernen Improvisationstheaters, ausgebildet und 2005 dann für das Kölner Gloria-Theater den Impro-Wettkampf „Gloria Crown“ ins Leben gerufen.

Die ehrlichste Art der Kommunikation

„Für mich bedeutet Spontanität vor allem, dem ersten Impuls zu folgen, der inneren Stimme zu vertrauen, bereit sein, sich auf Neues einzulassen und auf die unmittelbaren Konsequenzen zu reagieren“, erläutert der gelernte Schauspieler und Theaterpädagoge. „Nichts muss, alles kann passieren. Das ist die Grundregel der Spontanität.“ Sie sei die ehrlichste Art der Kommunikation, unberechenbar, dafür immer authentisch. Sie leide wie die Kommunikation überhaupt in unserer gegenwärtigen, digitalen und viralen Welt. „Das hat nichts Persönliches mehr“, erklärt Korf und kommt, um dem abzuhelfen, höchstselbst aus Köln hierher.

Termin

Die „Komische Nacht Mannheim/Ludwigshafen“ am Dienstag, 29. Oktober, ab 19.30 Uhr. Einlass ist ab 18 Uhr im Oggersheimer Mayers Brauhaus, im Felix Bowling beim Ludwigshafener Hauptbahnhof sowie im Mannheimer Bootshaus, dem Café Journal, dem Lindbergh Blue Tower, dem Platzhaus und in der Klapsmühl’. Mit dabei sind neben Sascha Korf die Berliner Comedienne Erika Ratcliffe, der Brite Don Clarke, der Bayreuther Robert Alan, der saarländische Komiker und Radiomoderator Jochen Prang, der Lehrer Herr Schröder und alleinerziehende Vater Andreas Weber. Sie alle treten in unterschiedlicher Reihenfolge für etwa 25 Minuten auf. Eintrittskarten an den Veranstaltungsorten und unter www.komische-nacht.de.

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