Fußball
Spiel des Tages: A-Klassisten Kickers Neuhofen und FG 08 II im Duell
„Uns allen ist am Sonntag ein riesiger Stein vom Herzen gefallen“, berichtet Kickers-Spielertrainer Sebastian Schiller mit Blick auf den ersten Saisonsieg im siebten Anlauf in Lingenfeld. Der 2:0-Erfolg sei wichtig für Stimmung und Moral in der Mannschaft gewesen. „Die Begegnung war, wie viele andere zuvor auch, sehr ausgeglichen. Dieses Mal hatten wir das Glück auf unserer Seite“, räumt der Coach ein. Den Kickers gelang spät das Führungstor, und als die Gastgeber gegen Ende die Deckung lockerten, nutzte Neuhofen den Raum und schloss einen Konter zum 2:0 ab.
Der Aufsteiger hat damit eine schwarze Serie beendet. Bei allen fünf Partien, die zuvor verloren gingen, erzielten die Kickers die Führung, aber es reichte nicht einmal mindestens zu einem Punktgewinn. Vor dem Spiel in Lingenfeld gelang Neuhofen nur ein Tor in der zweiten Halbzeit. „Anfangs war es ein Kraftproblem, ansonsten haben Kleinigkeiten den Ausschlag gegeben. In Lustadt sind wir zweimal unaufmerksam gewesen. In Limburgerhof müssen wir das 2:1 erzielen, bekommen aber stattdessen in der Nachspielzeit das 1:2“, sagt der 30-jährige Schiller.
Spielt mit Derbycharakter
Das Spiel hat Derbycharakter, hier sollen auch die ersten drei Punkte vor heimischer Kulisse eingefahren werden. „Ein Sieg ist unser Anspruch. Da gibt es keine Ausreden“, stellt der Coach klar. Allerdings plagen die Kickers Neuhofen große personelle Probleme, weil fast alle Neuverpflichtungen angeschlagen, verletzt oder im Urlaub sind. Somit dürfte sich das Gesicht des Teams wieder verändern. Mutterstadt ist für Schiller kein Gegner wie jeder andere. „Viele von uns haben schon bei der FG gespielt. Ich war drei Jahre dort und erinnere mich gerne. Das war eine schöne Zeit“, betont der Trainer.
Die FG 08 Mutterstadt II hat mit fünf Zählern einen mehr geholt als die Kickers, was die Laune von Trainer Dominik Weber (31) aber nicht bessert. Die 0:6-Niederlage in Harthausen liegt ihm schwer im Magen. „Die Mannschaft wusste über den Gegner Bescheid, die Maßnahmen waren besprochen. Aber wir haben alles falsch gemacht, was man falsch machen kann“, klagt der Coach. Statt kompakt zu agieren, um die gewünschte und dringend notwendige defensive Stabilität zu erreichen, hätten die ersten beiden Torschüsse der Gastgeber prompt zu einem 0:2-Rückstand geführt.
Zu viele Gegentore
Auch beim VfB Haßloch gab es mit 0:4 eine deutliche Niederlage. Doch da war der Spielverlauf ein anderer. „Haßloch war bärenstark, wir haben aber eine Stunde lang ein 0:0 gehalten. Dann kam ein Einbruch mit drei Gegentreffern in fünf Minuten“, berichtet Weber. Das Team habe nicht alle Register gezogen, um sich zu wehren. Man müsse auch mal ein taktisches Foul begehen, statt den Gegner laufen zu lassen. Das Grundproblem habe die FG noch nicht beheben können. „In jedem Spiel leisten wir uns grobe Patzer in der Defensive“, kritisiert der Übungsleiter.
22 Gegentore sind nicht nur die zweitmeisten in der Liga, sondern zeigen auf, wo es bei den Mutterstadtern hapert. Die Art und Weise, wie verteidigt werde, sei nicht zu tolerieren. Das beginne schon bei gegnerischen Standards. „Die Liga verzeiht Fehler nicht. Außerdem haben unsere Führungsspieler zu sehr mit sich selbst zu tun“, fährt Weber fort. Dabei sei es nicht so, dass es nicht besser ginge. Der 5:2-Sieg gegen Altdorf-Böbingen sei ein guter Auftritt gewesen. Der Coach sagt, er wisse, was das Team leisten könne, aber es fehle wegen der hohen Fehlerquote an der Konstanz.