FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel Spiel des ESV gegen den SVW gerät zum Wechselbad der Gefühle

Der Weisenheimer Mikail Terzi (vorne) blockt in dieser Szene den Schuss von Besart Hyseni. In der vierten Minute der Nachspielze
Der Weisenheimer Mikail Terzi (vorne) blockt in dieser Szene den Schuss von Besart Hyseni. In der vierten Minute der Nachspielzeit avanciert Hyseni mit dem 3:2-Siegtreffer zum ESV-Helden.

Bis acht Minuten vor dem Abpfiff des Fußball-Bezirksligaspiels ESV Ludwigshafen gegen SV Weisenheim am Sand hatte wie erwartet der VfR Frankenthal den Klassenerhalt sicher. Dann wieder war für ein paar Minuten der SV Weisenheim gerettet.

Bei Ablauf der regulären Spielzeit schien ein Entscheidungsspiel zwischen dem SVW und Frankenthal unausweichlich. In der vierten Minute der Nachspielzeit traf Besart Hyseni zum 3:2 (0:2)-Endstand und sicherte damit dem ESV den Verbleib in der Bezirksliga Vorderpfalz. Der SV Weisenheim am Sand und der VfR Frankenthal steigen dadurch in die A-Klasse Rhein-Pfalz ab.

Für den Weisenheimer Bernd Lindenau war es gegen seinen und den Heimatverein seines Vaters, der den ESV maßgeblich geprägt hat, natürlich ein besonderes Spiel. Im rechten Weisenheimer Mittelfeld bot er in der ersten Hälfte eine Glanzleistung, die er in der 28. Minute auch mit dem 1:0-Führungstreffer krönte. Mit einem raffinierten Schuss von der rechten Seite, der knapp unter der Latte einschlug, verblüffte er ESV-Torwart Tobias Thomas. Nur vier Minuten später stand es bereits 2:0 für die Gäste. Wieder war Lindenau daran beteiligt. Von rechts spielte er Rainer Stork an, Letzterer leitete den Ball schnell zu seinem Sturmpartner Lukas Löffel, der eiskalt abschloss, weiter.

Verdiente Pausenführung für die Gäste

Der Zwei-Tore-Vorsprung des SVW, der auch bis zum Halbzeitpfiff Bestand hatte, war auch verdient. Das Offensivspiel der Gastgeber war leicht zu berechnen, denn sie versuchten fast immer, mit hohen Pässen den links zwar oft frei stehenden, aber dafür viel zu ungefährlichen Florent Ahmeti zum Erfolg zu kommen. ESV-Coach Frank Hoffelder hatte bereits nach dem ersten Gegentreffer reagiert und Lukas Adamski durch den späteren Siegtorschützen Besart Hyseni ersetzt.

Zu Beginn der zweiten Hälfte erfuhren die Fans beider Mannschaften, dass der VfR Frankenthal bei Schlusslicht SV Südwest Ludwigshafen mit 2:0 in Führung gegangen war, schien das Ergebnis der Begegnung auf dem ESV-Rasenplatz für den Abstiegskampf uninteressant zu werden. Als Müller nach Linksflanke von Hyseni der Anschlusstreffer zum 1:2 gelang (54.), hielt sich der Jubel der Ludwigshafener Fans und Mannschaft deshalb auch noch in Grenzen.

SVW vergibt die Vorentscheidung

Die folgenden Nachrichten vom 2:2-Ausgleich und der anschließenden Roten Karte für einen Frankenthaler Spieler setzten noch einmal ungeahnte Kräfte frei. Die Freude beim SV Weisenheim am Sand, in der Live-Tabelle nun auf dem rettenden 13. Tabellenplatz zu stehen, währte jedoch nicht lange. Ausschlaggebend war dafür der Ablauf der 87. Minute. Der ESV hatte inzwischen seine Defensive zunehmend entblößt, was zu immer mehr Weisenheimer Konterchancen führte. Bei der größten lief Löffel alleine auf das Ludwigshafener Tor zu, traf allerdings trotzdem nicht zum erlösenden 3:1.

Im direkten Gegenzug traf Jason Reichelt, der für Celal Yesil eingewechselt worden war, zum 2:2-Ausgleich. Obwohl die Kulisse nur 123 Zuschauer betrug, war die Stimmung nun sensationell, erst recht, als bekannt wurde, dass der SV Südwest das ein paar Minuten früher als das beim ESV angepfiffene Spiel durch ein Tor in der zweiten Minute der Nachspielzeit noch mit 3:2 gegen den VfR gewonnen hatte. Die Rote Karte, die sich der Weisenheimer Mikail Terzi unmittelbar nach Reichelts Ausgleichstreffer aufgrund einer Frustreaktion einhandelte, ging deshalb fast unter. In der Live-Tabelle waren der SV Weisenheim am Sand und der VfR Frankenthal nun punktgleich, was ein Entscheidungsspiel zur Folge gehabt hätte.

Schlussoffensive des ESV wird belohnt

„Wir haben noch sieben Minuten und befinden uns in Überzahl“, schrie Frank Hoffelder auf den Platz, nachdem Schiedsrichter Marcel Kinzel die lange Nachspielzeit angezeigt hatte. Der ESV witterte nun auch wieder seine Chance auf den Klassenerhalt. Die vierte zusätzliche Minute war gerade angebrochen, als Hyseni der 3:2-Siegtreffer für den ESV gelang. Außer zu heftiger Kritik von Weisenheims Co-Trainer Daniel Schattner, durch die er sich binnen weniger Sekunden Gelb und Gelb-Rot einhandelte, fand aber keine Aktion mehr Eingang in die Statistik. Der kaum mehr für möglich gehaltene Klassenerhalt des ESV war perfekt.

„Die bessere Mannschaft hat verloren. Dass wir aber keine unsere zahlreichen Chancen zum 3:1 nutzten, haben wir selbst zu verantworten“, kommentierte SVW-Trainer Günther Golfier die bittere Niederlage.

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