Ludwigshafen Sorgen um die Familie kurzzeitig vergessen

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„Europa entdecken“ – unter diesem Motto haben 13 Jugendliche aus der Ukraine zwei Wochen in Ludwigshafen verbracht. Die Jungen und Mädchen kommen aus Familien, deren Angehörige bei militärischen Auseinandersetzungen schwer verletzt oder getötet worden. Der Verein Kinderhilfe Ukraine Rhein-Neckar, der das Sommercamp organisiert, will den teilweise traumatisierten Kindern helfen und ihnen Mut machen.

Süd. In den zwei Wochen, die die ukrainischen Jugendlichen in der Pfalz sind, haben sie einiges erlebt – vor allem aber „schöne, unvergessliche Tage“, berichten die Vorsitzende des Vereins Kinderhilfe Ukraine Rhein-Neckar, Valentyna Sobetska, und ihre Helfer. Einen dieser Tage verbringen die Jugendlichen auf der Parkinsel: Das Spiel- und Klettergerät in Form eines Drachens braucht etwas Auffrischung, wie der Verein kürzlich erfahren hat. Und so sind die Jungen und Mädchen mit Pinsel und Farbe gekommen und streichen den Drachen bunt an: „Mit Blumen und Ornamenten, auch mal rosa – damit Ludwigshafen sich an die Kinder aus der Ukraine erinnert“, sagt Sobetska. Der 13-jährige Sascha und die 15-jährige Veronika sind mittendrin dabei. Beim Malen vergessen sie wie auch die anderen Jugendlichen in ihrer Gruppe für einige Zeit, wie schwer es ihre Familie zu Hause hat: „Väter und Brüder sind als Soldaten beim Militär und sind bei den Kämpfen im Einsatz“, sagt Sobetska. „Die Jugendlichen leben ständig in Angst und warten immer sehnsüchtig auf ein Lebenszeichen“, schildert sie, was in ihren Schützlingen vor sich geht. Valentyna Sobetska, selbst gebürtige Ukrainerin, lebt seit drei Jahren in Ludwigshafen und hat 2014 den Verein für die Kinderhilfe gegründet. Seitdem unterstützt der Verein Kinder in der nordukrainischen Stadt Novograd-Volynskij. Im vergangenen Jahr organisierte der Verein zum ersten Mal das Sommercamp, an dem Jugendliche teilnehmen, die eine Partnerorganisation vorschlägt. Mittlerweile hat der Drache schon zur Hälfte ein buntes Schuppenkleid bekommen. Immer wieder finden die Jungen und Mädchen noch Stellen, an denen sie weitermalen. „Die Aktion ist als Dankeschön an Ludwigshafen als Gastgeber gedacht“, gibt die Vereinsvorsitzende die Meinung der Teilnehmer weiter. Von den verschiedensten Seiten sei Unterstützung gekommen. „Das Gemeindezentrum der Matthäuskirche steht uns zur Verfügung, zwei Wohnungen der GAG konnten wir zum Duschen nutzen“, nennt Sobetska nur zwei Beispiele von vielen. Und wie hat es den Jugendlichen gefallen? Sascha und Veronika müssen nicht lange überlegen: „Sehr gut“, übersetzt Valentyna Sobetska. Unter dem Motto „Europa entdecken“ hatte es natürlich auch das Ausflugsprogramm ins Europaparlament, nach Worms und Mannheim in sich: Die Ausflüge, insbesondere nach Heidelberg und Straßburg haben ihnen gefallen. „Wir hatten viel Zeit, uns in Ruhe umzuschauen“, sagt Veronika. „In Straßburg hat mir das Münster mit seinem Turm gefallen. Wir waren auch oben und haben uns die Stadt angeschaut“, erzählt Sascha. Aber auch die Menschen, denen sie begegnet sind, die sie zum Essen eingeladen und mit ihnen gesprochen haben, waren für sie etwas Besonderes. „Es sind die vielen kleinen, positiven Erlebnisse“, die das Sommercamp ausgemacht hätten. „Die Jugendlichen hatten viel Spaß und eine unbeschwerte Zeit – sie haben gespielt und gelacht“, fasst die Vereinsvorsitzende zusammen. Diese Eindrücke werden die Jugendlichen auf ihrer Heimreise im Gepäck haben.

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