Ludwigshafen
Sommer 1974 – ein Fußballmärchen: Zeitschriften und Fußball-Alben in Schiller-Gedenkstätte
Die Friedrich-Schiller-Gedenkstätte in Oggersheim, Schillerstraße 6, eröffnet ab Donnerstag, 18. Juni, 18 Uhr, die zweite Ausgabe ihrer neuen Reihe „Kabinett-Ausstellung“, die von 19. Juni bis einschließlich 18. September zu sehen ist. Nach der Pilotausstellung mit den ersten 100 original Lustigen Taschenbüchern rund um Donald Duck dreht sich anlässlich der seit 11. Juni laufenden Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko, den USA und Kanada diesmal alles um die WM des Jahres 1974.
Geschichte geschrieben
Ausgetragen wurden die Spiele damals vom 13. Juni bis 7. Juli in der Bundesrepublik Deutschland sowie in West-Berlin. Als Spielort war sogar mal das Ludwigshafener Südweststadion im Gespräch. Im Finale von München wurde Deutschland letztlich Weltmeister mit einem 2:1-Sieg gegen die Niederlande. Spieler wie Paul Breitner, Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Uli Hoeneß und Berti Vogts haben damals Fußballgeschichte geschrieben. Als Prämie für den WM-Titel erhielt jeder Mitwirkende 60.000 Mark sowie einen VW-Käfer – und beim Festbankett kam es zum Eklat, weil die Ehefrauen oder Partnerinnen der Spieler keinen Zugang erhielten.
Seither ist über ein halbes Jahrhundert vergangen, wegen der Corona-Pandemie verschob sich der Rhythmus um zwei Jahre, weswegen das Schillerhaus nun 2026 das 50-jährige Gedenken feiern möchte.
Grußwort und Umtrunk
Sammler Roland Koch, im Schillerhaus für den Besucherdienst verantwortlich, präsentiert Schmuckstücke aus seiner Sammlung rund um die WM 1974 und die deutsche Nationalelf im Speziellen, darunter den kompletten Jahrgang 1974 der Zeitschrift „Kicker“ oder das Bergmann-Sammelalbum zur WM. Während der regulären Öffnungszeiten der Schiller-Gedenkstätte steht er für Fragen und Diskussionen bereit – es darf in Erinnerungen geschwelgt, in den Ausgaben geschmökert, alte und neue Sammelbildchen dürfen getauscht und es darf Anteil an der gegenwärtigen Situation des Weltfußballverbands Fifa genommen werden.
Das Grußwort zur Eröffnung am 18. Juni spricht Regina Heilmann, die Leiterin der Schiller-Gedenkstätte. Im Anschluss führt Roland Koch kurz in die Ausstellung ein, die mit einem Umtrunk eröffnet wird.
Mitte August: Kultfilm „Nachttanke“
Am Freitag, 14. August zeigt das Schillerhaus zudem um 20 Uhr in seinem Garten den Kultfilm „Nachttanke“ (1998). In diesem porträtierte der deutsch-ägyptische Regisseur Samir Nasr während des damaligen Fußballsommers Menschen, die nachts an der Tankstelle der Heinigstraße in der Innenstadt das WM-Geschehen live erlebten. Heilmann führt in den Film ein. Getränke und Snacks gibt es gegen Spenden. Sammler Roland Koch ist anwesend, die Gedenkstätte an dem Tag durchgehend geöffnet. Bei schlechtem Wetter wird der Film im Schillerhaus gezeigt.
Die Gedenkstätte im Schillerhaus Oggersheim ist mittwochs von 13 bis 20 Uhr und freitags von 10 bis 12 und 13 bis 17 Uhr geöffnet. Für Gruppen ab sechs Personen öffnet das Schillerhaus nach rechtzeitiger Vereinbarung. Der Eintritt ist frei. Das Schillerhaus ist nicht barrierefrei. Die Kabinett-Ausstellung ist zusätzlich anlässlich der Oggersheimer Kerwe am Samstag, 5. September, sowie am Tag des Offenen Denkmals, Sonntag, 13. September, von jeweils 11 bis 17 Uhr zu sehen.