Ludwigshafen „Sollte machbar sein“

Großes Gruppenbild aller Sieger mit BASF-Vorstandsmitglied Michael Heinz.
Großes Gruppenbild aller Sieger mit BASF-Vorstandsmitglied Michael Heinz.

Bereits zum dritten Mal hat die BASF den Wettbewerb veranstaltet. Im Gesellschaftshaus sind am Freitagabend die Sieger gekürt und vorgestellt worden. Eine Bedingung des Wettbewerbs ist es, dass Gruppen oder Institutionen aus unterschiedlichen Bereichen eine Kooperation miteinander eingehen und eine gemeinsame Idee für ein Projekt entwickeln. „Wir brauchen ein aktives Miteinander in der Metropolregion Rhein-Neckar und wollen die soziale Teilhabe in der Region stärken. Gemeinsam schaffen wir etwas Neues“, hob BASF-Vorstandsmitglied Michael Heinz das Motto hervor. 159 gemeinnützige Vereine und Einrichtungen aus den Bereichen Bildung, Kunst, Kultur, Sport, Integration und Soziales haben ihre Projektideen eingereicht. Aus diesem Kreis wurden die 18 Sieger gekürt. Zu den Gewinnern gehörte das „Alphabündnis“ aus Ludwigshafen, das aus einer Kooperation der Volkshochschule mit dem Verein Selbsthilfegruppe Analphabeten Ludwigshafen-Mannheim entstanden ist. Der Verein sei der erste dieser Art in Deutschland gewesen, Mitglieder sind derzeit 13 Betroffene, alle funktionale Analphabeten, erläutert Elfriede Haller, die den Vorstand als Schriftführerin unterstützt. „Zusammen mit der VHS wollen wir Partner wie das Jobcenter oder Firmen gewinnen und über den Umgang mit Analphabeten informieren. Wie man sie erkennt, wie man ihnen helfen kann. Damit die Scham endlich aufhört“, sagt Haller. Bei geschätzten 7,5 Millionen funktionalen Analphabeten in Deutschland gebe es statistisch betrachtet auch 20.000 in Ludwigshafen, erläutert sie. „Funktional“ heißt: Diese Menschen können keinen längeren Text verstehen. Ausgezeichnet wurde auch das Projekt „Südklänge“ des Vereins Kultur Rhein-Neckar mit den Partnern Wittelsbach-Grundschule, Geschwister-Scholl-Gymnasium und Berufsbildende Schule Technik II in Ludwigshafen. „Es geht darum, dass Schüler mit ganz unterschiedlichem sozialem und kulturellem Hintergrund zusammen Musik machen“, erläutert Eleonore Hefner vom Kultur-Verein. „Es gibt keinen Musikunterricht an der Schule. Unseren Schülern macht das total Spaß, es ist schön für alle“, berichtet Kathrin Kindler von der BBS II. In eine ganz andere Richtung zielt das gemeinsame Projekt „RowerTec“ der Jugend-forscht-AG von Schulen aus Neustadt mit der Rudergesellschaft Speyer. Die Schüler wollen neuartige Sicherheitstechnik für Ruderboote entwickeln, um Kollisionen besser zu vermeiden und einen Alarm beim Kentern eines Bootes zu versenden. Nachgedacht wird auch über die Verbesserung der Barrierefreiheit beim Ein- und Ausstieg in die Ruderboote. „Wir haben schon erste Ideen. Es sollte alles machbar sein“, zeigte sich der 15-jährige Jonas Mannweiler begeistert von der Aufgabe.

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