Ludwigshafen Sir Alex Ferguson hat etwas verpasst
«MANNHEIM.» Das Deutsche Derby hat er bereits gewonnen. Jetzt hat Maxim Pecheur, der junge Starjockey, auch auf der Mannheimer Waldrennbahn Geschichte geschrieben: Der 28 Jahre alte Saarländer, der auf dem Gestüt Rötgen in Köln arbeitet, sicherte sich beim erstmals mit 25.000 Euro dotierten „Steher-Cup“ über 3100 Meter auf Klüngel den Sieg (RHEINPFALZ am SONNTAG informierte). Es war das erste Listenrennen in der 150-jährigen Geschichte des Badischen Rennvereins.
Da staunten die Freunde des Turfsports. Spätestens als am Schlussbogen Pecheur auf dem dreijährigen Hengst souverän vor das Feld zog, war die Konkurrenz geschlagen. Der Richterspruch: „Hochüberlegen, neun Längen“. Da strahlte Pecheur, küsste sein von Champion Markus Klug trainiertes und im Besitz von Holger Renz im Gestüt in Köln-Heumar stehendes Pferd. Die Siegbörse von 14.000 Euro war ihm sicher. „Das Rennen lief so, wie ich es geplant hatte. Wir konnten das Tempo kontrollieren, und ich wusste, dass unser Pferd große Steherqualitäten hat“, analysierte Pecheur. „Ein großartiger Renntag“, schwärmte Holger Schmid, der Präsident des Badischen Rennvereins. „Unsere Entscheidung, im Sommer auf einen Renntag zu verzichten und in den späten Herbst zu gehen, war richtig“, ergänzte Schmid, der allerdings nicht ausschloss, dass eine Verlegung auf Sonntag erfolgen könnte. Etwas verpasst hatte in Mannheim die schottische Trainerlegende Sir Alex Ferguson. Er ist nicht nur einer der erfolgreichsten Fußball-Trainer der Welt, sondern hat auch ein Faible für den Turfsport. Seine von Andreas Wöhler in Gütersloh trainierte Stute Queens Street hatte im Rennen der bisher sieglosen dreijährigen Pferde über 1900 Meter den längsten Atem. Das von Jockey Jozef Bojko gerittene Pferd sicherte sich den mit 5100 Euro dotierten Preis der Wall GmbH und ließ Ennesey mit Maxim Pecheur und dem großen Favoriten Dream of Future mit Miguel Lopez im Sattel keine Chance. Zu einem kuriosen, zum Glück folgenlosen Zwischenfall kam es bei der Prüfung um den Preis des Dentalstudio Busenbender. Als beim Start sich vier Pferde ihrer Reiter entledigten, wurde der Wettbewerb annulliert. „Ein sehr ungewöhnlicher Vorfall, aber zum Glück wurde niemand verletzt“, zeigte sich Schmid erleichtert. Die Prüfung wurde nachgeholt. Und da durften die Wetter noch auf den letzten Metern zittern. Erst nach Auswertung des Zielfotos hatte Tommaso Scardino auf Ignaz, der von dem Viernheimer Marco Klein trainiert wird, die Nase vor Rock of Cashel mit Maxim Pecheur sowie Novice of Budysin, der von Luca Murfuni geritten wurde, vorn. Für Nachwuchsreiter Scardino war es der zweite Erfolg bei diesem herbstlichen Renntag. Im Ausgleichsrennen II, ebenfalls über 1900 Meter, um den mit 10.000 Euro dotierten Preis der m:com GmbH „überrollte“ Kitaneso erneut Cassiliero mit dem niederländischen Jockey Gijs C.P. Snijders.