Ludwigshafen Sieg nur knapp verpasst

MUTTERSTADT. Gewichtheber-Bundesligist AC Mutterstadt hat einen dramatischen Wettkampf gegen den TB Roding mit 721,4:727,4 Kilopunkten (1:2 Mannschaftspunkte) verloren. Darüber traurig war die Staffel um den überragenden Ivalyo Filev allerdings nicht. Den für den dritten Platz benötigten Punkt im Reißen hatte der ACM mit Können und etwas Glück in der ersten Teildisziplin ergattert (272,7:267,2). Die Rechnung von Trainer Dennis Eichner ist aufgegangen.
5,5 Kilopunkte betrug der Vorsprung der Mutterstadter vor den letzten drei Versuchen der Gäste. Reicht das für den einen Punkt? Überraschenderweise patzten Gregor Nowara, Alexander Narr und Andreas Narr auf der Bühne. Ivalyo Filev, Viktor Wiederkehr und Christopher Eichner machten es auf AC-Seite besser. „Ich freue mich unheimlich für das Team. Wenn man selbst nicht heben kann, ist das kaum zu ertragen“, sagte Mario Taubert. Der Leistungsträger musste wegen des Pfeifferschen Drüsenfiebers kurzfristig absagen. Mit ihm, dem beruflich verhinderten Lars Blanke und dem verletzten Thimo Solar an Bord hätte der Altmeister nicht um den einen Punkt zittern müssen. Da ist es gut, solch zuverlässige Athleten wie Christopher Eichner in der Hinterhand zu haben. Der Kapitän der Regionalligastaffel brachte in seinem 66. Wettkampf für den ACM fünf gültige Versuche und 272 Kilogramm im Zweikampf ein. Als sichere Bank gegen starke Oberpfälzer erwies sich einmal mehr Armin Uhl. Dank seiner Steigerung beim letzten Versuch im Stoßen auf 161 Kilogramm wäre fast noch ein Erfolg in der Gesamtwertung möglich gewesen. „Wir sind ans Limit gegangen und hätten trotz verschiedener Handicaps den Kampf sogar noch für uns entscheiden können. Ich bin als Franke bei den Pfälzern in Mutterstadt heimisch geworden“, schätzt der vor vier Jahren aus dem fränkischen Kitzingen gekommen 23-Jährige die Atmosphäre beim Traditionsclub. Bei seinem zweiten Heimauftritt innerhalb von 14 Tagen machte der bulgarische Europameister Ivaylo Filev eine noch bessere Figur. Zwar misslangen dem Weltklasseathleten zwei Versuche. Relativ bedeuteten 178 Kilopunkte aber ein Topergebnis. „Ich war diesmal ein Tick besser. Schade, dass ich die 167 Kilogramm im Stoßen nicht zur Hochstrecke brachte. Deswegen habe ich eine Wette gegen meinen Trainer in Bulgarien verloren. Bei der EM Anfang April in Georgien muss ich diese Last stemmen“, sagte der selbst nur knapp 66 Kilogramm schwere Heberfloh. Die Zuschauer, darunter eine stattliche Anzahl stimmgewaltiger Rodinger Fans, hatten ihren Spaß bei einem kurzweiligen Heberabend. Am Rande: Harald Reeb aus Limburgerhof sagte das Ergebnis genau voraus. Seine Frau Anja kam mit ihrem Tipp dem Ergebnis am nächsten. Als Drittplatzierter in der Bundesliga West muss Mutterstadt in zwei Wochen zur Kampfgemeinschaft Schwedt/Stralsund reisen. In den Play-offs trifft der beim AC Mutterstadt längst heimisch gewordene Mario Taubert dabei auf seinen Heimatverein Schwedt. Sein Vater Roland hat ihm als Trainer beim TSV das Gewichtheben beigebracht. (nau)