Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Serie „Ab ins Grüne“: Im Rheingönheimer Luitpoldhain wird zwei Mal im Jahr gefeiert

Ohne Feierei ist’s eher ruhig im Hain. Der 2017 eingeweihte Bewegungsparcours lädt zu Fitnessübungen ein.
Ohne Feierei ist’s eher ruhig im Hain. Der 2017 eingeweihte Bewegungsparcours lädt zu Fitnessübungen ein. Foto: KUNZ

Ab ins Grüne (11): Ein Park für alle Zwecke. So könnte man den Luitpoldhain in Rheingönheim nennen. Besonders im Sommer bietet die von hohen Bäumen gesäumte Anlage einen schattigen Ort für die Bewohner der nahgelegenen Alten- und Pflegeheime. Und dafür, dass sich dort zweimal im Jahr der ganze Stadtteil trifft, gibt es auch gute Gründe.

Benannt worden ist die Grünanlage bei ihrer Entstehung noch vor der Jahrhundertwende nach Prinzregent Luitpold von Bayern (1821-1912), der von 1886 bis zu seinem Tod in Vertretung seines geisteskranken Bruders Otto I. der oberste Repräsentant des Landes war. Die Kurpfalz hatte sich bekanntlich ab 1777 mit Bayern vereinigt, nachdem Kurfürst Carl Theodor nach dem Aussterben der bayerischen Wittelsbacher Linie die Erbschaft in München antrat. In die 26 Jahre dauernde Zeit des Prinzregenten Luitpold fiel nicht nur die Gründung des kleinen Rheingönheimer Parks. Auch der ab 1893 gebaute Luitpoldhafen wurde nach ihm benannt.

Im Schatten der Kastanien

Die von ihrer Größe überschaubare Parkfläche in Rheingönheim ist zwar nicht gerade ein Ort zum ausgedehnten Flanieren, auch wenn die Wege im vergangenen Jahr saniert und neu gemacht wurden, wie Ortsvorsteher Wilhelm Wißmann (CDU) anmerkt. Doch bieten die hohen Kastanien an den Parkrändern an heißen Sommertagen angenehm kühlen Schatten.

Wichtig ist das ausgedehnte Grün in der Mitte des Parks. Sie ist so groß, dass hier problemlos Veranstaltungen wie das beliebte „Kulturfest im Hain“ im Juni oder die Stadtteilkerwe im Oktober mit Hunderten von Besuchern über die Bühne gehen können. „Für uns ist das wichtig, denn wir haben keinen anderen Platz dafür“, sagt der Ortsvorsteher. Einen großen Marktplatz hat es hier nie gegeben.

Kinderkarussels und Autoscooter

Mindestens 3000 Quadratmeter groß sei die Freifläche im Hain, schätzt Friedrich Bauer. Wenn der Marktmeister der städtischen Veranstaltungstochter Lukom hier im Oktober die Stadtteil-Kerwe organisiert, finden 13 Vergnügungsstände, dazu Kinderkarussells und ein Auto-Scooter ihren Platz. Für einen Höhepunkt im Rheingönheimer Terminkalender sorgt stets im Juni das Fest „Kultur im Hain“. Den ganzen Tag über vergnügen sich hier Familien mit Kindern bei zahlreichen Spiele-Angeboten. Und bei den Bühnenauftritten am Abend wird es so richtig proppenvoll.

„Der Park ist perfekt für uns“, schwärmt Susanne Frank vom Team des Kinder- und Jugendforums Rheingönheim, das die komplette Veranstaltung organisiert. Beim Kinderfest am Nachmittag böten die hohen Bäume wichtigen Schatten. Nach außen sei das Gelände so geschützt, dass sich die Kinder sorglos und frei bewegen könnten. Daneben seien dank der Kerwe alle wichtigen Strom- und Wasseranschlüsse vorhanden, nennt sie ein weiteres Plus. Das vorgeschriebene Ende um 22 Uhr wegen der benachbarten Alten- und Pflegeheime ist für sie kein Problem. „Die Nachbarn haben sich noch nie beschwert. Die tragen das voll mit“, erzählt Frank, dass auch die Bewohner der Heime gerne vorbeikommen und sich jedes Jahr auf das Fest freuen. „Am 19. Juni 2020 ist es wieder soweit“, verrät sie schon heute den nächsten Termin.

Die Serie

Über 1000 Hektar Grünfläche gibt es in Ludwigshafen, darunter viele Parks. In unserer Serie „Ab ins Grüne“ erzählen wir ihre Geschichten, treffen Park-Menschen und genießen selbst den wohltuenden Schatten großer Bäume.

Viel los ist jedes Jahr bei Kultur im Hain.
Viel los ist jedes Jahr bei Kultur im Hain. Archivfoto: KUNZ
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