Ludwigshafen Selbst gemacht schmeckt am besten

Erwin Sprattler füllt zerkleinerte Äpfel in die Saftpresse.
Erwin Sprattler füllt zerkleinerte Äpfel in die Saftpresse.

«Waldsee.» Apfelsaft vom Allerfeinsten: Der war die Attraktion beim Aktionstag Streuobstwiese des Waldseer Obst- und Gartenbauvereins.

Seit Jahren pflegt der Obst- und Gartenbauverein Waldsee mehrere Streuobstwiesen am Ortsrand. Erwin Sprattler, Streuobstwiesenwart des Vereins, hatte zur Streuobstwiese Im Neuwirth, hinter den ASV-Fußballplätzen, zum Verkosten des frisch gepressten Apfelsafts geladen. „Wir mussten ja die Äpfel verwerten, nur für die Wespen und Vögel liegen lassen, das war uns doch zu schade“, sagte er. Also stellte er seine große Obstmühle auf, zu der auch Zusatzteile gehören zum Saftpressen, schaffte einige Plastikfässchen herbei, und dann konnten die Arbeit und das Fest beginnen. Das Besondere: Weil er den Saft auf dem Grundstück nicht pasteurisieren konnte, gab es freie Kostproben für jeden Neugierigen. Und das waren viele, vor allem Familien mit Kindern wollten mitmachen. Die Obstmühle funktioniert mechanisch: Die Apfel kommen oben rein und werden in feine Stücke gemahlen, die unten in eine Wanne fallen. Das funktioniert ganz altmodisch ohne elektrischen Antrieb allein mit einem Schwungrad, das gedreht werden muss. Was Jonas (7) und seine Schwester Johanna (8) begeistert tun durften. Die nötige Kraft hatten die beiden. „Das macht mir viel mehr Spaß als das Essen der Äpfel oder das Trinken vom Saft“, fand der Junge. „So was hört man gern, dass die Arbeit mehr Spaß macht als das Vergnügen“, freute sich Sprattler. Die zermahlenen Apfelstücke wurden durch Tücher gepresst, die beschwert wurden, und der Saft lief in die Fässer. Drei verschiedene Sorten Äpfel wurden getrennt gepresst, sodass der Saft auch getrennt in drei Fässer lief. Tatsächlich schmeckte jeder Saft deutlich anders – aber immer viel besser als jeder Fertiggekaufte. „Wie die Apfelsorten von den alten Bäumen offiziell heißen, wissen wir nicht“, erklärte Sprattler. „Wir haben einfach die Äpfel vom gleichen Baum zusammen gepresst. Wir kennen aber ihre Eigenschaften, ob sie mehr oder weniger Säure haben, ob sie sich besser halten oder möglichst schnell verbraucht werden sollten. So war das früher auch.“ Rund 20 Bäume stehen auf der Wiese Im Neuwirth und einer zweiten Streuobstwiese an der Altriper Straße. Nicht alle sind Apfelbäume. Der Obst- und Gartenbauverein kümmert sich ehrenamtlich um die Bäume, schneidet sie und mäht die Wiese.

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