Ludwigshafen Seitenwechsel:
Am Samstag lief nicht viel nach Wunsch aus der Sicht der Basketballer der TSG Maxdorf. Zum einen nicht, was das Sportliche betrifft: Alle fünf Mannschaften (die männliche U16, die männliche U18, die zweite und erste Herren-Mannschaft, die jeweils in einer Spielgemeinschaft mit dem LSV Frankenthal antreten, und die Damen), die an diesem Tag spielten, verloren ihre Heimpartien. Hinzu kam, dass der Zeitplan nicht eingehalten werden konnte, unter anderem, weil das Spiel der U18 in die Verlängerung ging. So erfolgte der erste Sprungball für die Damen-Partie anstatt um 18.45 Uhr erst gegen halb acht. Eine (nicht unbedingt notwendige) Auszeit des Gästetrainers kurz vor Ende der Partie veranlasste einen Spieler der Herren, die eigentlich um 20.30 Uhr beginnen sollten, sogar zu der Aussage: „Dann beginnen wir halt erst um elf Uhr.“ Nun ja, die abschließende Partie des Tages der Herren gegen die Towers Speyer/Schifferstadt ging dann gegen 21.30 Uhr los, endete aber erst nach 23 Uhr. Zu allem Pech der Maxdorfer an diesem Tag kam noch hinzu, dass die Anzeigetafel in der Schlussphase der Begegnung zickte. Das Ergebnis stimmte nicht mehr, die Anzeige ließ sich offensichtlich nicht mehr richtig bedienen. Auf jeden Fall wurde der Spielstand ständig falsch angezeigt. Heike Ammon, Ressortleiterin Ballspiele bei der TSG, wusste Rat und trieb irgendwo eine nicht-digitale Anzeigetafel auf – und blätterte in der Schlussphase den Spielstand händisch mit. Somit mussten die drei jungen Damen, die den Spielstand am Kampfgericht-Tisch mitschrieben, nicht ständig den aktuellen Spielstand reinrufen … Die Haltbarkeit von Handball-Trikots scheint wohl immer kürzer zu werden. Diese bittere Erfahrung durfte Yannick Muth in der Partie der männlichen A-Jugend der TSG Friesenheim gegen den deutschen Meister SC DHfK Leipzig machen. Schon nach 6:51 Minuten musste der Kapitän der „Jungeulen“ auf Befehl der beiden Unparteiischen eine unfreiwillige Pause machen. Sein Trikot mit der Nummer 3 war nämlich vom Hals bis fast zur Hüfte nach einem Abwehrversuch des Leipzigers zerrissen. Die Folge: Ein Ersatztrikot musste her. Statt mit der Nummer drei lief Muth wenige Minuten später mit der Nummer zwei erneut auf. Die Verantwortlichen der TSG haben ihre Lehren daraus gezogen. Sie wollen künftig ein Satz Trikot auf Reserve liegen haben. Die Saison ist bekanntlich noch lange. Folgt man Statistiken, dann nimmt es Fußball-Bezirksligist SV Südwest Ludwigshafen mit Disziplin und Fairness auf dem Platz nicht so genau. Nach zehn Spieltagen stehen die Blau-Weißen nämlich mit 23 Gelben, drei Roten und einer Gelb-Roten Karte im Strafregister auf dem zweiten Rang. Ende vergangener Saison war der SV Südwest mit 80 Gelben, acht Gelb-Roten und sieben Roten Kartons sogar Schlusslicht der Fairnesstabelle. Da macht Nauwid Amiri, zentraler Mittelfeldspieler bei Südwest, wohl eine rühmliche Ausnahme unter den vielen bösen Buben. Denn im Rahmen der Aktion „Fair ist mehr“ des Deutschen Fußball-Bundes wurde der 25 Jahre alte Rheingönheimer jetzt vom Südwestdeutschen Fußballverband für „besonders faires Verhalten auf dem Spielfeld“ ausgezeichnet. Als Anerkennung dafür kann Amiri ein Bundesliga-Heimspiel des FSV Mainz 05 umsonst besuchen. Vergangene Runde, am 21. Februar war es, an dem der Südwest-Spieler, heute auch Co-Trainer der Mannschaft, im Auswärtsspiel der Ludwigshafener bei der FG 08 Mutterstadt angenehm fair auffiel. Mit 0:4 bekam Südwest damals zwar anständig auf die Mütze, Anstand und Fairness vergaß der Mannschaftskapitän trotz allem aber nicht. „Ich bekam damals vom Schiri einen Eckball zugesprochen, der keiner war“, schildert Nauwid Amiri die maßgebliche Situation. „Obwohl ich auf die Fehlentscheidung hinwies, bestand der Unparteiische auf seiner Entscheidung und forderte mich auf, den Eckstoß auszuführen.“ Gesagt, doch nicht getan: Statt nämlich, wie erwartet, den Ball wuchtig in den Mutterstadter Strafraum zu flanken, kickte Amiri die Kugel einfach ins Toraus. „Es wäre unfair von mir gewesen die Fehlentscheidung zum Nachteil der Mutterstadter zu nutzen“, begründet der Mittelfeldspieler seine ungewöhnliche Reaktion. Mutterstadter Fans quittierten Amiris faires Verhalten mit Anerkennung und Beifall. „Einer von denen hat mich danach wohl bei der Aktion „Fair ist mehr“ gemeldet und zur Auszeichnung vorgeschlagen“, vermutet er. Beim Pokalspiel zwischen dem Fußball-Verbandsligisten ASV Fußgönheim und dem Oberligisten FC Arminia Ludwigshafen in der vergangenen Woche haben die Zuschauer nicht schlecht gestaunt. Als sich nämlich ASV-Mittelfeldspieler Steffen Euler am Sprunggelenk verletzte, behandelte ihn Arminia-Physiotherapeut Christian Simon. Das machte er auch wenig später, als Fußgönheims Flügelstürmer Kevin Takpara am Fuß lädiert wurde. Die Auflösung des Rätsels lieferte Simon selbst. ASV-Physiotherapeut Sven Van Lier sei in Urlaub und der Verbandsligist habe ihn gebeten, auch der Versorgung der Fußgönheimer Spieler zu übernehmen. Für Simon keine Frage. Mit viel Einsatz und ohne der Vereinszugehörigkeit Beachtung zu schenken, kümmerte er sich um beide Mannschaften und machte keine Unterschiede. So sagte er, dass er Euler in der Pause einen Tapeverband angelegt habe, es aber leider nichts genutzt habe. Die Schmerzen am dicker gewordenen Knöchel waren zu groß. Der Spieler musste nach einem Test vor Anpfiff der zweiten Hälfte ausgewechselt werden. Eine Dauerlösung wird die Doppelbelastung für den Physiotherapeuten aber nicht werden. „Vor allem in der Halbzeit war das Stress pur“, sagte Simon. Die Aufgabe hat er aber prima gemeistert. |tnf