Ludwigshafen Seitenwechsel:

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Egal, was man auch tut, allen recht machen kann man es nicht, auch wenn noch so gute Absichten dahinterstecken. Diese Erfahrung musste Dennis Humann, der 20 Jahre alte Außenverteidiger des Fußball-Bezirksligisten SV Südwest Ludwigshafen, am Samstag im Heimspiel gegen den VfL Neustadt machen. Da sah er nämlich eine Rote Karte, die etwas fürs Kuriositätenkabinett war. Wie Südwest-Abteilungsleiter Michael Wassner berichtete, hätten Neustadter Zuschauer den Schiedsrichter-Assistenten übel beschimpft. Humann habe Partei für den Linienrichter ergriffen und den Zuschauern ein paar unfreundliche Worte an den Kopf geworfen. Der Schiedsrichter bekam Wind von der Aktion und präsentierte dem verdutzten Humann wegen Beleidigung der Zuschauer die Rote Karte. Der Abwehrspieler, der als tadelloser Sportsmann gilt, war erschüttert. In der Kabine sollen sogar Tränen geflossen sein. Auch wenn die Schiedsrichter nach den Regeln im Recht waren, hätten sie die Sache eleganter lösen können. Einfach mal die Ohren auf Durchzug stellen und dem Verteidiger bei nächstbester Gelegenheit zu verstehen geben, dass er den Mund halten soll, wenn er unangenehme Konsequenzen vermeiden will. Noch immer gilt für Unparteiische die Maxime, möglichst viel zu sehen, aber nicht unbedingt alles zu hören. Fußball-Bezirksligist Phönix Schifferstadt hat in dieser Saison einen unglaublich starken, für die Liga überqualifizierten Kader. Völlig klar, dass die Gegner da keinen Hurra-Fußball spielen und ins offene Messer laufen. Deshalb sollten manche Verantwortliche von Phönix darauf verzichten, den Kontrahenten wegen dessen Einstellung scharf zu kritisieren, wie es bei den Spielen gegen Ruchheim und Mutterstadt der Fall war. Ganz davon abgesehen, dass dies legitim ist, haben die stark ersatzgeschwächten Ruchheimer über weite Strecken sowie die Mutterstadter über 90 Minuten die Aufgabe taktisch sehr gut gelöst. Phönix hat dennoch beide Partien gewonnen, auch wegen seiner individuellen Klasse. Deswegen ist es unangebracht, dem Gegner die Schuld für vermeintlich unattraktive Spiele in die Schuhe zu schieben. Den Nagel auf den Kopf trifft Trainer Ediz Sari mit folgender Aussage: „Wir müssen Lösungen finden.“ Das darf man von diesem Team erwarten. Erdem Kar, der Trainer des Fußball-Bezirksligisten FG 08 Mutterstadt, dürfte einer Essenseinladung am vergangenen Samstagabend mit gemischten Gefühlen gefolgt sein. Seine Schwester Senem, die an diesem Tag Geburtstag feierte, hatte geladen. Das ist nichts Außergewöhnliches. Pikant wird die Geschichte dadurch, dass Senem Kar mit Said Rhannam, dem Verteidiger von Ligarivale Phönix Schifferstadt, liiert ist. Und wie es der Zufall so will, spielten nachmittags die FG 08 Mutterstadt und Phönix Schifferstadt gegeneinander. Das Spiel endete 1:2. Das entscheidende Tor schoss – sie ahnen es wahrscheinlich schon – der kurz zuvor eingewechselte Said Rhannam. Mit diesem Treffer hat sich der torgefährliche Verteidiger selbst ein Geburtstagsgeschenk gemacht, denn er wurde am Tag zuvor 30 Jahre alt. Vermutlich hat Rhannam bei besagtem Geburtstagsessen am Samstag den Gästen mehrfach erklären müssen, wie er den Ball in den Winkel geschossen hat. Erdem Kar wird die Schilderung mit süßsaurer Miene zur Kenntnis genommen haben. Dem Vernehmen nach aber hängt der Haussegen nicht schief. |thl

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