Ludwigshafen Seitenwechsel:

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Fußball-Trainer bevorzugen eine besondere Spezies von Fußballern. Nämlich die, die variabel einsetzbar sind. Eine besondere Art der Flexibilität wies der gesperrte Arber Zogaj vom Bezirksligisten SV Südwest Ludwigshafen nach. Nach der Roten Karte aus der Partie in Billigheim saß der Mittelfeldspieler im Spiel gegen die FG 08 Mutterstadt quasi als Betreuer auf der Bank. Eine gute halbe Stunde war gespielt, da sank Südwest-Akteur Rico Renner verletzt ins Gras und muckste sich nicht mehr. Irgendein Mitspieler blickte reflexartig zur Bank, sah Zogaj dort sitzen und rief nach ihm. Der ließ sich nicht zweimal bitten, schnappte sich den Sanitätskoffer und eilte mit federnden Schritten auf das Feld. Die Fans goutierten diesen Einsatz mit lauten Arber-Arber-Rufen. Der so Geschmeichelte winkte huldvoll zurück und erreichte nach wenigen Sekunden den verletzten Kameraden. Zogaj kniete nieder und behandelte Renner – wie auch immer. Jedenfalls konnte der lädierte Mitspieler nach einer kurzen Pause wieder mitwirken. Und die Moral von der Geschichte? Zogaj gilt als flexibler, vielseitig einsetzbarer Spieler. Aber sollte sich die Laufbahn des 25 Jahre alten Mittelfeldspielers mal dem Ende zuneigen, böte sich ein Job als Physiotherapeut an. Erste Erfahrungen hat er ja schon gesammelt. Beim Fußball-Verbandsligisten ASV Fußgönheim läuft es sportlich momentan prächtig. Drei Siege aus den ersten drei Partien bedeuten Platz eins in der Liga. Administrativ hinken die Fußgönheimer aber meilenweit hinter. Am Samstag beim Heimspiel gegen Rodenbach entschuldigte sich der Stadionsprecher dafür, dass er keine Aufstellungen verlesen könne, verbunden mit dem hoffnungsfrohen Hinweis, dies nachholen zu können. Die Erklärung des Klubs: Der Drucker auf dem Sportgelände mache Probleme. Kann ja mal passieren. Es sei aber jemand auf dem Weg nach Hause, um am heimischen Computer die Aufstellungen auszudrucken. Geklappt hat aber auch das nicht. Bis zum Schlusspfiff war keine Mannschaftsaufstellung aufzutreiben. Verwunderung riefen auch die Jugendspieler hervor, die die Zuschauer um eine Spende für die Jugendabteilungen baten. Statt der üblichen Sammelbüchse, hatten die Jungs Schirmmützen dabei, in denen sie das Geld einsammelten. Der Schlüssel für den Raum, in dem die Büchse steht, sei nicht aufzutreiben. Schließlich berichtete Jascha Prinz, Coach der zweiten Garnitur, dass sein Hinweis, es müsse jemand beim Spiel des ASV II Eintritt kassieren, für überraschte Gesichter gesorgt habe. Da ist administrativ viel Luft nach oben. Fußball-Bezirksligist SV Ruchheim, dessen Vereinsfarben Schwarz und Weiß sind, hat am Wochenende bei Phönix Schifferstadt gespielt. Da Phönix ganz in Schwarz angetreten ist und in der Bezirksliga bei gleicher Farbe der Gast die Trikots wechseln muss, traten die häufig in schwarzen Jerseys auflaufenden Ruchheimer in komplett gelber Spielkleidung an. Das wäre eigentlich nicht weiter schlimm, doch wenn gelbe Trikots mit weißen Rückennummern versehen werden, dann ist der Spieler selbst mit Adleraugen kaum noch zu identifizieren, wenn er ein paar Meter entfernt ist. Guter Service am Kunden, sprich dem Zuschauer, sieht anders aus. Da kann man sich auch die in weißer Schrift aufgeflockten Namen der Spieler sparen, denn die kann sowieso keiner lesen. Trainer Ralf Wieandt sagte, der Verein habe die zitronengelben Hemdchen gesponsert bekommen. Da gilt wohl auch der Satz, dass man einem geschenkten Gaul bekanntlich nicht ins Maul schaut. Vermutlich ist es wie bei manchen Weihnachtsgeschenken. Nach außen hin freut man sich, um den, der in guter Absicht schenkt, nicht zu verärgern, aber wenn man genauer hinschaut, ist das Geschenk eigentlich wenig sinnvoll. Wir finden: Diese gelben Trikots des SV Ruchheim sind ein Fall für die Mottenkiste. |thl

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