Ludwigshafen Seitenwechsel:
Alte Liebe rostet nicht – besagt ein altes Sprichwort. Das scheint gar nicht so aus der Luft gegriffen zu sein. Denn kürzlich war Andreas Brill, langjähriger Spieler und früherer Kapitän des Verbandsligisten Ludwigshafener SC, beim Spiel des LSC gegen Alemannia Waldalgesheim unter den Zuschauern. Sicher, beim LSC spielt sein künftiger Schwager Jens Rehhäußer und Waldalgesheim war der nächste Gegner von Brills aktuellem Klub TuS Mechtersheim. Gute Gründe, sich die Partie anzuschauen. Aber so ein bisschen kam der Innenverteidiger auch wegen seines ehemaligen Vereins, für den er 69 Verbandsligaspiele bestritt. Jedenfalls fieberte er mit dem LSC. Als es in der Nachspielzeit beim Stand von 1:0 für die Gastgeber einen Elfmeter für Waldalgesheim gab, war sich Brill sicher, dass nichts passieren würde. „Den hält er“, sagte er und meinte LSC-Torhüter Joy Zinela. Und um seinen Worten noch mehr Gewicht zu verleihen, wiederholte er den Satz zweimal. Da war wohl der Wunsch Vater des Gedanken. Der Elfmeter war gut geschossen, nicht zu halten und führte zum 1:1-Endstand. „Schade“, entfuhr es Brill, der in diesem Moment so traurig wirkte wie die ehemaligen Kollegen auf dem Feld. (thl) Ein anderes Sprichwort heißt „Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen“. Diesen Spruch kennt Ali Cakici, Übungsleiter des Oberligisten Schott Mainz, spätestens seit dem vergangenen Samstag, als sein Team bei Arminia Ludwigshafen 1:3 verlor. Nach der Roten Karte für den Mainzer Nicklas Schlosser und der folgenden Rudelbildung schickte Schiedsrichter Ingo Kreutz beide Trainer zu deren Überraschung hinter die Barriere. Während Arminia-Coach Frank Hettrich von dort aus die Partie verfolgte und sein Co-Trainer Oliver Stellwagen Anweisungen von der Seitenlinie aus gab, verzog sich Cakici murrend auf die Tribüne. Dort wurde der Mainzer Trainer mit beißendem Spott empfangen. Die Arminen-Anhänger nahmen den Mainzer Trainer gewaltig auf die Schippe. Doch Cakici, einst Ringer beim damaligen Zweitligisten ASV Mainz 88 reagierte gut, bewies Humor und ließ die mitunter derben und kritischen Äußerungen mit stoischer Ruhe über sich ergehen. Schott Mainz hat verloren, Cakici aber gewonnen. Zumindest einige Sympathiepunkte. (thl) Pressekonferenzen nach Heimspielen des Handball-Zweitligisten TSG Friesenheim sind eine unterhaltsame Angelegenheit. Da spielt Coach Ben Matschke zu den Fragen der Fragesteller immer eine sehr gute Rolle. Aber auch Spieler wie TSG-Stimmungskanone Kai Dippe tragen ihren Anteil dazu bei. Immer mitten im Geschehen im Foyer befinden sich vier bis fünf ältere Damen in „Eulen“-Fankleidung. Ihr Erkennungszeichen ist ein Glas Sekt in der Hand. Nach dem Spitzenspiel gegen den HSC 2000 Coburg sollte Gästetrainer Jan Gorr das 24:24-Unentschieden analysieren. „Das Spiel ist schwierig, nüchtern detailliert zusammenzufassen“, fing Gorr sein Statement an. Da stieß er bei den Damen natürlich nicht auf taube Ohren. Sofort prosteten sie dem ehemaligen Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft zu. Dieser konterte elegant und fuhr mit den Worten: „Da haben sie mir gegenüber etwas voraus“ fort. Lacher und Sympathie hatte Gorr im Nu auf seiner Seite. Und schon reifte eine Idee bei den handballbegeisterten Damen. Mitte Juni macht die Truppe um Monika Seifert einen Ausflug nach Bayern. Einen Trip nach Coburg wollte man für den 19. Juni einplanen. Was bietet sich denn für die unternehmenslustigen Ludwigshaferinnen in diesem Falle an? Ja, richtig. „Wir laden den netten Herrn Gorr zu einem Glas Sekt ein. Er soll ja nicht immer auf dem Trockenen sitzen bleiben. Der „Nette“ sagte nicht nein. Schnell wurden die Handynummern ausgetauscht. Vorausgesetzt der Coburger Übungsleiter befindet sich an diesem Tag nicht auf einem Trainerseminar, wird es ein Wiedersehen mit den Sekttrinkerinnen aus der Pfalz geben. Eine nette Geste von beiden Seiten. Ilse Schneider, Hanne Ziehl, Käthe Loibel und Monika Seifert fiebern schon dem Date mit ihrem zweitliebsten Trainer nach Matschke entgegen. (nau)