Ludwigshafen Seitenwechsel:

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Fair-Play ist im Fußball nicht jedermanns Sache. In der Regel geht es für die Spieler darum, sich einen Vorteil zu verschaffen – die Wahl der Mittel spielt da meist eine untergeordnete Rolle. Das wird in den Profiklassen vorgemacht und im Amateurbereich kopiert. Doch es gibt erfreulicherweise auch Gegenbeispiele. Kürzlich ist beim Bezirksligaspiel FG 08 Mutterstadt gegen den SV Südwest Ludwigshafen nach einem Freistoß für die Gäste ein Mutterstadter Spieler am Boden liegengeblieben. Der Schiedsrichter unterbrach nicht und das Spiel lief weiter in Richtung FG-Tor. Obwohl zwischen der „Verletzung“ des Spielers und dem Abschluss des Angriffs nur wenige Sekunden lagen, regten sich die Mutterstadter Spieler und Zuschauer auf, dass Südwest den Ball nicht ins Aus gespielt hat, um eine Behandlung des Akteurs zu ermöglichen. Dabei war es für den Gästestürmer schwierig, die Situation zu realisieren, weil er mit dem Rücken zum am Boden liegenden Mutterstadter stand. Sein Schuss wurde abgefälscht. Also gab es Eckball für Südwest und noch immer war Gegrummel aus dem Lager der FG zu vernehmen. Das verstummte jedoch abrupt. Eckballschütze Nauwid Amiri stieß den Ball kurz an und die Kugel rollte über die Linie. Es ging mit Abstoß für die FG weiter. Amiri hatte die Situation gerettet. Seine Fair-Play-Aktion ist lobens- und nachahmenswert. (thl) Kaum einer Aufforderung ist so schwer zu widerstehen, wie dem Hinweis „Schau jetzt mal nicht hin“. Leidtragender davon war am Wochenende Lukas Klein, Handballer der VTV Mundenheim. Der 20-jährige war unglücklich gestürzt und hatte sich gleich mehrere Finger gebrochen. Die Hilfskette griff reibungslos, der Sanitätsdienst war schnell zur Stelle. Nur die Kräfte des Nachwuchsspielers schwanden angesichts der ungewohnten Fingerstellung. Zu Fuß schaffte er es gerade so bis ins Foyer der beengten Turnhalle, wo er sich zur Versorgung auf den dort stehenden Bierbänken niederließ. Weil sein Unfall sich kurz vor der Halbzeitpause ereignete, strömten zehn Minuten später die Zuschauer aus der Halle zum Getränkestand, kamen dabei unweigerlich an Klein und den Mitarbeitern des Rettungsdienstes vorbei. Statt die Arbeiten aber möglichst nicht zu behindern, bildete sich ein Rückstau der Schaulustigen. Auch hier wussten sich die Munden-heimer zu helfen, postierten drei große, breite Ex-Handballer als Sichtschutz vor den Verletzten, machten so aus dem „Schau mal nicht hin“ ein „Hier gibt es nichts zu sehen.“ (env)

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