Ludwigshafen Seitenwechsel:

Wer als Zuschauer auf den Fußballplatz geht, der kleidet sich eher funktionell, meist sportlich-lässig. Der feine Zwirn bleibt in der Regel daheim im Schrank. Doch es gibt Ausnahmen, wie das Verbandsligaspiel des TDSV Mutterstadt gegen den SV Morlautern am Sonntag gezeigt hat. Da hatte eine relativ junge Frau bei der Wahl ihrer Garderobe wohl kräftig danebengegriffen. Die hübsche Blondine trug eine schicke Bluse, eine farblich perfekt darauf abgestimmte Jacke, eine gut sitzende Hose und – quasi als Krönung – ein paar tolle goldfarbene Schuhe, Modell Sommernachtstraum. Alles vom Feinsten und mit Sicherheit keine Ware von der Stange. Damit hätte die Frau, optisch absolut ein Hingucker, bei einer Theateraufführung, einer Ausstellungseröffnung, in der Oper oder beim Besuch einer Modemesse eine gute Figur abgegeben. Für den Fußballplatz aber waren Kleidung und Schuhe eher unpassend. Vor allem, weil es in Mutterstadt quasi mit dem Anpfiff 90 Minuten lang wie aus Kübeln goss und die Dame – wie auch ihr Begleiter – keinen Regenschirm dabei hatte. Doch Respekt: Statt sich auf den Weg in die nahe gelegene Gaststätte aufzumachen, suchte die bedauernswerte Frau unter einer Baumgruppe Schutz, was nicht wirklich half. Nach der Partie gehörte sie wohl eher in die Rubrik „begossener Pudel“, aber sie bewies erstaunliches Durchhaltevermögen. Und die Moral von der Geschichte? Bevor man sich zu einer Freiluftveranstaltung aufmacht, sollte man unbedingt einen Blick auf den Wetterbericht werfen und sich entsprechend wappnen. Oder: Manchmal gibt es auch in einem eher tristen Spiel das eine oder andere Glanzlicht. (thl) Acht Spiele, acht Siege, 24 Punkte, nur drei Gegentore – das nennt man einen Superstart. Diese optimale Ausbeute verzeichnet Fußball-Bezirksligist BSC Oppau, der mit einer frappierenden Selbstverständlichkeit seine Partien gewinnt. Dazu sind die Gelb-Schwarzen erst in der fünften Verbandspokalrunde mit 1:3 am Oberligisten TuS Mechtersheim gescheitert, wobei die Partie bis zur 73. Minute 1:1 stand. Vorher haben sie unter anderem den Landesliga-Aufsteiger VfR Grünstadt in einem aufregenden Match mit 4:3 ausgeschaltet. Aber zurück zum tollen Start. Trainer Manfred Blockus ist da ziemlich entspannt. „Die Mannschaft geht mit der Serie sehr gut um, aber irgendwann werden auch wir wieder verlieren. Wir konzentrieren uns immer nur auf das nächste Spiel. Und mit Rekorden beschäftige ich mich überhaupt nicht.“ Das sieht der umtriebige Spielleiter Horst Mempel aber ganz anders. Und er hat offenbar eine Nase dafür, dass die Oppauer tatsächlich einen Rekord aufgestellt haben könnten. „Hat es eine solche Serie vom Start weg in der Bezirksliga schon einmal gegeben?“, fragte Mempel. Hat es nicht, zumindest seit der Spielzeit 1983/84 – das sind jetzt 31 Jahre – ist in dieser Spielklasse keine Mannschaft mit acht Erfolgen in eine Saison gestartet. Doch diese außergewöhnliche Serie des BSC droht zu reißen. Am Samstag kommt der starke SV 1911 Bad Dürkheim, der selbst an einer Serie arbeitet, an den Oppauer Güterbahnhof. Die Dürkheimer sind immerhin seit sechs Begegnungen ohne Niederlage ... (thl)