Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Sechs Hochschulabsolventen für Abschlussarbeiten ausgezeichnet

 Förderpreisverleihung (von links): Dekanin Birgit Angermayer, Preisträger Sebastian Winkler, Laura Thalhammer, Simon Froschhäus
Förderpreisverleihung (von links): Dekanin Birgit Angermayer, Preisträger Sebastian Winkler, Laura Thalhammer, Simon Froschhäuser, Hannah Sziel, Julia Piechatzek, Marc Daniel Kretzer sowie die Familie Wagner: Heike und Dieter Wagner.

„Im Zentrum steht der Mensch“ ist die Grundvoraussetzung für den Förderpreis der Familie Wagner, der seit 2014 an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft verliehen wird. Die aktuelle Auszeichnungsrunde umfasste gleich sechs Preisträger. „Alle eingereichten Arbeiten waren hervorragend“, lobte der Vorsitzende des Hochschulrats, Dieter Wagner, im Namen der Stifterfamilie.

„Der Preis zielt auf die Nahtstelle zwischen Wirtschaft und Gesellschaft ab und passt daher hervorragend zu unserer Hochschule“, freute sich Präsident Gunther Piller. Die zehn eingereichten Abschlussarbeiten haben diese Vorgaben allesamt erfüllt und machten es der Jury bei der Prämierung nicht leicht.

Letztlich gingen die mit insgesamt 3000 Euro dotierten Preise für den Jahrgang 2020/21 an Sebastian Winkler, Absolvent des Masterstudiengangs Versorgungssteuerung im Gesundheitswesen, den mit 1000 Euro dotierten zweiten Platz erhielt Laura Thalhammer (Controlling) und 500 Euro erhielt Marc-Daniel Kretzer (Fundraising-Management und Philanthropie). Aus dem Jahrgang 2022/23 wurden Hanna Sziel (Soziale Arbeit) als Preisträgerin, Julia Piechatzek (Controlling) und Simon Froschhäuser (Digital Finance, Strategie & Accounting) als Dritter ausgezeichnet. Herausragend seien jedoch alle Arbeiten gewesen, betonten Elke Raum und Andreas Rein im Namen der Jury. „Alle Arbeiten verbinden die Themen Wirtschaft und Gesellschaft hervorragend“, sagte Piller, der außerdem darauf verwies, dass die Ludwigshafener Hochschule damit nicht nur einen breiten Zugang für viele junge Studierende biete, sondern durchaus auch Exzellenz erzeuge.

Stifter ehemailiger Personalchef der BASF

Für den ehemaligen BASF-Personalleiter Dieter Wagner müssen bei den eingereichten Arbeiten vor allem die Menschen im Mittelpunkt stehen. „Das ist für uns als Stifterfamilie sehr wichtig.“ Denn Expertentum müsse vor allem den Menschen dienen. Nicht umgekehrt. „Wir denken zu wenig in Zusammenhängen“, bemängelte er. Dafür müssen auch Fehler eingestanden werden. „Eine Hochschule muss den Studierenden die Möglichkeit geben, Zukunft zu gestalten. Trauen wir den jungen Menschen mehr zu. Investieren wir in neue Lösungen. Wir brauchen keine Wissenseliten, sondern Umsetzungseliten“, lautet seine Forderung.

Seine Hoffnung setzt Wagner dabei unter anderem in die sechs Preisträger. So befasste sich Sebastian Winkler in seiner Master-Abschlussarbeit mit der Patientenautonomie am Lebensende und habe damit theoretische Konzepte, rechtliche Grundlagen und empirische Erkenntnisse mit einer eigenen Positionierung und konkreten Handlungsempfehlungen verbunden, hieß es in der Jury-Begründung.

Praktische Bedeutung

Ähnliches galt auch für Hanna Sziel, die sich in ihrer Bachelorarbeit mit dem „Diskurs um nicht-invasive Bluttests auf Trisomien“ befasst hatte. „Sie befasst sich ausführlich mit ethischen Fragestellungen, in dem sie sich mit Fragestellungen der Autonomie und Selbstbestimmung, der Diskriminierung und Selektion und der Kostenübernahme befasst“, hieß es in der Begründung. Ihr sei damit eine „überragende Bearbeitung der Thematik gelungen, die ethische, juristische und medizinische Dimensionen umfassend behandele.

Alle Preisträger vermitteln in ihren Arbeiten verständlich das Fachwissen, dass sie an der Hochschule lernten. „Dieses Fachwissen ist aber nur die Grundlage. Wir brauchen dringend die Verbindung von Fachwissen und Verantwortung“, gab Dieter Wagner den Ausgezeichneten mit auf den Weg und erneuerte seine Forderung: „Wir brauchen Umsetzungseliten!“

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