Ludwigshafen Schutz vor Trickbetrug am Telefon: Welche Tipps die Polizei gibt

T. Olf
T. Olf

Der Schaden durch Telefon- und Onlinebetrug nimmt auch in der Vorderpfalz zu. Vor allem Senioren sind betroffen. Die Polizei hat zuletzt in Speyer sensibilisiert. Das sind die zehn wichtigsten Sicherheitstipps von Hauptkommissarin Tanja Olf.

1 Ihre Tipps können bei den drei momentan besonders beliebten Betrugsmaschen helfen, betont Kriminalhauptkommissarin Tanja Olf von der Kriminalprävention des Polizeipräsidiums Rheinpfalz. Neben dem klassischen „Enkeltrick“, bei dem sich Betrüger als die Enkel der Angerufenen ausgeben und um Geld für Reparaturen, Handwerker oder Ähnliches bitten, würden der „falsche Polizist“ und der Schockanruf immer öfter eingesetzt. So riefen laut Olf im Jahr 2021 im vorderpfälzischen Gebiet ihres Präsidiums allein 7180 falsche Polizisten an und baten um Geld oder andere Wertgegenstände, angeblich zum Schutz der Betroffenen. Der Schaden: fast 2,5 Millionen Euro. Beim Schockanruf werden Un- und Notfälle naher Verwandter vorgegaukelt, für die schnellstmöglich fünfstellige Summen bezahlt werden müssten. Deshalb Tipp 1: Ruhe bewahren. Betrüger versuchen, ihre Opfer zu verunsichern. Wichtig ist, sich nicht unter Druck setzen zu lassen.

2 Keinen Namen preisgeben. „Rate mal, wer gerade anruft“, oder „dein Enkel ruft dich an, Oma“ sind beliebte Tricks, um die Namen naher Angehöriger zu erhalten. Die Täter interagieren mit den Antworten – deshalb nichts preisgeben.

3 Einfach auflegen. Wenn die Situation merkwürdig erscheint, sollte man auflegen. So können Einwickelungsversuche der Betrüger nicht greifen. Die Polizei kann verständigt werden. In solchen Fällen ist das Auflegen nicht unhöflich, sondern eine reine Vorsichtsmaßnahme.

4 110 anrufen. Wenn Betrüger ihre Opfer zum Geld holen zur Bank schicken oder wenn ein Schaden bereits eingetreten ist, sollte spätestens die Polizei angerufen werden. Diese kann vor Schlimmerem bewahren und andere potenzielle Opfer im Ort besser unterstützen. Olf: „Vergewissern Sie sich, dass Sie vorher wirklich aufgelegt haben, damit der Betrüger nicht mithört!“

5 Vertrauenspersonen einbeziehen. Wer am Telefon unsicher wird, sollte sich – wenn möglich – eine Vertrauensperson dazu holen. Um bei Anrufen sicherzugehen, kann generell mit Angehörigen ein Codewort festgelegt werden.

6 Keine finanziellen Verhältnisse preisgeben. Die richtige Polizei wird keinesfalls nach Wertsachen und Vermögen fragen, so Tanja Olf: „Geben Sie diese Informationen niemals am Telefon weiter!“

7 Kontakt aus dem Telefonbuch streichen. Wer im Telefonbuchbuch dennoch verzeichnet bleiben möchte, kann trotzdem etwas tun, denn viele Betrüger schauen besonders nach älter klingenden Vornamen, erklärt Olf. Auch ältere, vierstellige Nummern seien für Schwindler ein gefundenes Fressen. Daher sei es ratsam, zumindest den Vornamen abzukürzen und die Festnetznummer vom Betreiber ändern zu lassen.

8 Niemals bei der 110 rangehen. Die Polizei ruft nie unter der 110 an. Zwar hat die Bundesnetzagentur einen Weg sperren können, der es den Tätern ermöglichte, diese Nummer anzuzeigen, dennoch sei weiterhin Vorsicht geboten. Auch Nummern mit deutsch scheinender Vorwahl, die aus dem Ausland anrufen, sind jetzt gesperrt – daher bei unterdrückten Rufnummern aufpassen.

9 Nicht in Dauerschleifen bleiben. Betrugsanrufe, die den Schein erwecken sollen, von Institutionen wie Europol oder Microsoft zu kommen, versuchen in teure Dauerschleifen zu locken. Auch hier direkt auflegen – sonst kann es laut Olf bis zu 80 Euro die Minute kosten.

10Neue Whatsapp-Kontakte prüfen. Bei Überweisungen per Whatsapp sollte man vorsichtig sein. Besonders, wenn die Person angeblich eine neue Nummer hat und kurz darauf Geld überwiesen haben will (meist auf ein ausländisches Konto), könnte es sich um Betrug handeln: Wichtig ist, die alte Nummer des Kontakts nicht zu löschen, sie nochmals anzuschreiben und den falschen Kontakt zu blockieren. „Immer schön misstrauisch bleiben“, rät Olf.

Kontakt

Im kommenden Juni ist im Media-Tor in Speyer ein erneuter Workshop zu dem Thema geplant. Nähere Informationen dazu gibt es im Netz unter www.mediator-speyer.de per E-Mail an info@mediator-speyer.de oder bei der Polizei.

Immer wieder fallen Senioren auf Trickbetrüger herein.
Immer wieder fallen Senioren auf Trickbetrüger herein.
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