Ludwigshafen Schon wieder Unruhe in Mutterstadt

LUDWIGSHAFEN. Bei Fußball-Verbandsligist TDSV Mutterstadt brodelt es offenbar wieder. Der neue Vorstand soll angeblich mit seinen Zahlungen an die Spieler in Verzug sein. Am Samstag nun soll sich entscheiden, wie es weitergeht.
Für den Ludwigshafener SC kann es nur noch kritisch werden, wenn es vier Absteiger geben sollte. Mit einem Sieg beim Tabellennachbarn Fortuna Mombach am Sonntag, 15 Uhr, kann das Team letzte Zweifel am Ligaverbleib beseitigen. Vielleicht erzielt ja Dino Smajlovic wie schon gegen Zeiskam das entscheidende Tor. Der Bosnier, der vor der Saison von Wormatia Worms II kam, fühlt sich wohl beim LSC. „Hier macht es Spaß, ich bin richtig glücklich“, sagt der 21 Jahre alte Smajlovic. Das überrascht schon ein bisschen, denn bei seinen 20 Saisoneinsätzen stand der Automobilkaufmann in Ausbildung nur einmal 90 Minuten auf dem Platz. Achtmal wurde er aus-, elfmal eingewechselt. Den Job in der Sturmspitze hat er sich häufig mit Nino Mitov geteilt, der ein ähnlicher Stürmertyp ist. Mehrfach in dieser Saison gab es den Wechsel Nino für Dino oder umgekehrt. Smajlovic, bislang zwei Tore, ist nicht der Brecher im Angriffszentrum. „Er muss vor dem Tor noch abgeklärter werden“, verdeutlicht Trainer Toni De Simone. Aussortiert haben die Hochfelder hingegen Ozan Kolcak (20), der nicht mehr erschienen sei, weil der Verein eine Forderung von ihm nicht erfüllt habe. Nach 51 Verbandsligaspielen, in denen der Verteidiger ein Tor schoss, ist für Kolcak das Kapitel LSC beendet. Das Debüt von Niklas Wiegand im Tor des ASV Fußgönheim am Mittwoch in Mutterstadt kam überraschend. Kaum, dass sich der 23 Jahre alte Keeper auf die Bank gesetzt hatte, musste er schon ran. Die Muskelverletzung von Kevin Knödler bescherte Wiegand den ersten Pflichtspieleinsatz. „Nervös war ich nicht, denn im Tor zu stehen, ist mein Job. Ich wollte der Mannschaft helfen, was mir gelungen ist, denn ich habe kein Gegentor bekommen“, bilanziert Wiegand. Der Versicherungskaufmann, der in der Saison 2011/12 schon einmal für den ASV spielte und 17 Landesligaspiele bestritt, wirkte souverän. „Es kam nicht viel aufs Tor“, sagte er. Trainer Jan Kamuf attestierte ihm eine tadellose Leistung. Die muss er am Sonntag, 15 Uhr, im Spiel beim VfR Kandel abrufen. Wiegands Problem: Er hat Kevin Knödler vor sich, an dem es im Normalfall kein Vorbeikommen gibt. Für den 1,95 Meter langen Wiegand, der im Winter vom Landesligisten VfR Frankenthal kam, spricht das Alter. Knödler ist 39, also könnte dem 16 Jahre jüngeren Kontrahenten die Zukunft gehören. Vor ein paar Wochen hat der TDSV Mutterstadt sein Saisonziel modifiziert. „Wir wollen Dritter werden“, sagte Teamchef Ediz Sari. Hintergrund der gestiegenen Ansprüche: Platz drei könnte für die Teilnahme an den Aufstiegsspielen reichen. Nämlich dann, wenn der FK Pirmasens in die Oberliga absteigt und als Folge seine zweite Garnitur, die Spitzenreiter in der Verbandsliga ist, nicht in diese Liga aufsteigen kann. Zwischenzeitlich sah es ganz gut für Mutterstadt aus, doch drei Remis in Folge haben die Chancen auf Rang drei geschmälert. Um die Hoffnung nicht gänzlich aufgeben zu müssen, braucht der TDSV am Samstag, 15.30 Uhr, gegen den VfL Neustadt einen Sieg. Der Samstag ist auch aus einem anderen Grund ein wichtiger Termin für den Verein. „Da soll sich klären, wie es in der kommenden Saison weitergeht“, informiert Sari. Angeblich gebe es auch unter dem neuen Vorstand Zahlungsrückstände an die Spieler. Nicht alle wollen bis zum Samstag warten, denn die Planung der Saison 2015/16 hätte längst angegangen werden müssen. Etliche Spieler haben bereits mit anderen Klubs verhandelt. (thl)