Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Schock für die Mannheimer Kulturszene: Kino „Atlantis“ muss Betrieb einstellen

Muss erst einmal dichtmachen: das „Atlantis“ im Mannheimer Quadrat K2.
Muss erst einmal dichtmachen: das »Atlantis« im Mannheimer Quadrat K2.

Eine „ungeklärte baurechtliche Angelegenheit“ zwingt das traditionsreiche Kino dazu, die Türen zu schließen. Die Betreiber wollen aber nicht aufgeben.

Diese Nachricht erschüttert die Mannheimer Kulturszene: Das traditionsreiche Kino „Atlantis“ muss mit sofortiger Wirkung seinen Spielbetrieb einstellen – zumindest vorübergehend. Grund für diesen Schritt ist laut den Betreibern eine „ungeklärte baurechtliche Genehmigungslage, die einen rechtssicheren Weiterbetrieb aktuell unmöglich macht“. Trotz intensiver Bemühungen hätten weder die Mannheimer Liedertafel als Vermieterin noch das zuständige Baurechtsamt die erforderlichen Unterlagen für die Räume vorlegen können, heißt es weiter.

„Atlantis“ soll erhalten bleiben

„Diese Entscheidung fällt uns unendlich schwer, aber sie ist alternativlos“, teilt Andreas Kunzi, Betreiber und Geschäftsführer der Programmkinos, mit. „Wir tragen die Verantwortung für die Sicherheit unseres Publikums und unserer Mitarbeitenden.“ Die Atlantis-Stammgäste sollen im „Odeon“ und bei den „Planken Lichtspielen“ eine vorübergehende Heimat finden. „Das Atlantis ist eine Herzensangelegenheit, und wir kämpfen gemeinsam mit der Stadt Mannheim und der Vermieterin mit Hochdruck an einer Lösung“, so Kunzi weiter. Das Atlantis soll erhalten bleiben.

Schon Insolvenzverfahren sorgte für Aufregung

Erst im Sommer 2024 hatten die Kinos „Odeon“ und „Atlantis“ für Schlagzeilen gesorgt. Eine hohe Nachforderung des Mannheimer Energieunternehmens MVV zwang die beiden Häuser in ein Insolvenzverfahren. Der Energieversorger forderte von den Filmtheaterbetrieben nachträglich rund 43.000 Euro für Strom, da aufgrund eines Berechnungsfehlers in den vergangenen 16 Jahren lediglich fünf Prozent des tatsächlichen Verbrauchs abgerechnet worden seien. Durch Verjährungsfristen ist der MVV dabei offenbar ein noch viel höherer Betrag entgangen.

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