Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Schnelltestzentrum Eberthalle: Labor statt VIP-Raum

Corona-Schnelltest: Wattestäbchen für einen Abstrich.
Corona-Schnelltest: Wattestäbchen für einen Abstrich.

Die Eberthalle ist zum Schnelltestzentrum umfunktioniert worden. Im Eiltempo wurde seit Freitag die Vorgabe des Bundes umgesetzt und ein kostenloses Angebot aus dem Boden gestampft, in dem sich Menschen ohne Symptome einmal wöchentlich auf eine Covid-19-Erkrankung untersuchen lassen können. Wir haben uns in der Halle umgesehen. Von 130 Tests am Montag war nur einer positiv.

Flächendeckende Tests und eine Ausweitung des Impfangebots sind zwei zentrale Bausteine für weitere Lockerungen des aktuellen Lockdowns – so haben es Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten in der Vorwoche beschlossen, ohne konkrete Vorgaben zu machen. Ludwigshafen wurde deshalb selbst aktiv und eröffnete am Montag zwei Testzentren in der Eberthalle und in den DLRG-Räumen in Oggersheim.

Zu wenig Eieruhren

Wie kurzfristig das Angebot war, wurde an Kleinigkeiten deutlich: „Wir brauchen dringend noch Eieruhren“, stellte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) nach dem ersten Schwung von Besuchern fest. Zwar hatte nahezu jeder Helfer ein Smartphone mit eben dieser Funktion dabei, aber bei 15 Helfern und 20 Tests stieß die Kapazität schnell an ihre Grenzen. Insgesamt war die OB aber zufrieden. „Es klappt alles ganz gut“, sagte sie, nachdem sie um 12 Uhr die Tore an der Eberthalle geöffnet und den Sicherheitsmitarbeitern unmissverständliche Vorgaben mit auf den Weg gegeben hatte: „Es dürfen immer nur zehn Personen gleichzeitig hier drin sein.“

DRK-Helfer mit Wattestäbchen bewaffnet

Vom Eingang am linken Foyer ging es durch die Erfassung im Durchgang. Mehr als ein Personalausweis ist hier nicht nötig. Mit dem Erfassungsbogen geht es weiter in Richtung des rechten Foyers, wo schon die DRK-Helfer mit Wattestäbchen bewaffnet warten. Nach erfolgtem Abstrich geht es in den Wartebereich im hinteren Foyer, wo jeder gespannt auf sein Ergebnis wartet, das im improvisierten Labor in den VIP- und Konferenzräumen der Halle erstellt wird. „Im Optimalfall ist man in rund 20 Minuten durch“, meinte Steinruck, die allerdings auch auf mögliche Wartezeiten vor der Halle verwies.

Urlaubsreise längst gebucht

Allzu lang war diese Wartezeit zu Beginn nicht. Punkt 12 Uhr warteten 30 Personen vor der Halle, nach zehn Minuten trudelten die Testgäste nur noch vereinzelt ein. „Überall wird gesagt, dass es besser ist, wenn man sich testen lässt“, erzählten Walter und Monika Weiß aus Friesenheim, die altersmäßig zur Risikogruppe gehören. „Aber wir haben uns von Anfang an an alle Vorgaben gehalten und sind bisher gut über die Runden gekommen“, berichtete das Ehepaar, das hofft, im Juni die schon im Vorjahr gebuchte Urlaubsreise antreten zu können.

Handball-Bundesliga weiter möglich

Zwei Dinge waren Steinruck wichtig: Sie versicherte, dass die Halle für die Spiele der Eulen in der Handball-Bundesliga weiter zur Verfügung steht. Außerdem lobte sie das unbürokratische Zusammenwirken aller Beteiligten. Angefangen bei der Feuerwehr, die aus den Foyers der Eberthalle Wartebereiche, Erfassungs- und auch Testzonen machte, über die Mitarbeiter der Verwaltung, allen voran Markus Schneider als Koordinator, und die ehrenamtlichen Helfer des DRK.

„Ein Kraftakt“

„Für uns ist das ein Kraftakt“, betonte DRK-Kreisgeschäftsführer Carlo Bansah. 15 Ehrenamtliche seien ab sofort täglich in der Eberthalle im Einsatz. Männer und Frauen, die ihre Freizeit opfern. „Wir sind deshalb um jeden Helfer dankbar, der sich bei uns für diesen Einsatz meldet.“ Gerne auch ohne die umfassende Ausbildung zum Ersthelfer. „Die qualifizierte Ausbildung für den Abstrich dauert 90 Minuten.“ Er hofft auf weitere Mitstreiter.

PCR-Test soll Klärung bringen

Dann könnte die Testzeit ausgeweitet oder angepasst werden. „Wir konnten den Zulauf nicht abschätzen. Eventuell passen wir das Ganze noch an die Bedarfe an und erweitern das Testangebot in Richtung der Abendstunden“, so Steinruck. Sie hat einen Anreiz in der Hinterhand: „Ich bemühe mich aktuell darum, dass alle Helfer ebenfalls bevorzugt geimpft werden.“ Die positiv getestete Person wurde ans Klinikum weiterverwiesen. Dort wird ein sogenannter PCR-Test für die endgültige Diagnose veranlasst. Personen, die Krankheitssymptome aufweisen, bittet die Verwaltung, sich direkt an die Infektionsambulanz im Klinikum zu wenden.

Die Öffnungszeiten

Das Testzentrum in der Eberthalle ist künftig montags bis donnerstags von 10 bis 18 und freitags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Das Testzentrum Am Brückelgraben 72 in Oggersheim ist montags bis freitags von 16 bis 20 Uhr geöffnet.
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