Ludwigshafen Schmackhaftes vom Wegesrand

Margarete Durand zeigt, dass Unkraut auch lecker sein kann.
Margarete Durand zeigt, dass Unkraut auch lecker sein kann.

«Fussgönheim.»Früher habe sie sich über Unkraut im Garten geärgert, heute freut sich Margarete Durand darüber. Die Natur- und Landschaftsführerin zeigte vergangene Woche Landfrauen aus der Region, wie lecker das ungeliebte Kraut zum Beispiel im Salat schmecken kann – bei einer Führung über Fußgönnheims Feldwege. Ein durchaus schmackhafter Spaziergang.

Gleich zu Anfang stellt sich die Frage: Aus welchem Grund sollten wir Wildkräuter sammeln und essen, wenn doch alles, was wir brauchen, im Supermarkt verfügbar ist? „Ganz einfach“, sagt Margarete Durand, „Wildkräuter sind kostenlos und der Boden, auf dem sie wachsen, ist in den meisten Fällen unbehandelt. Und: Die Wildkräuter enthalten unglaublich viele Bitterstoffe.“ Diese Bitterstoffe seien vor allem gut für Darm und Verdauung, erklärt sie: „Unsere Lebensmittel sind aber so behandelt, dass sie diese Stoffe kaum noch enthalten und wir viel zu wenig davon zu uns nehmen.“ Margarete Durand hat vor vier Jahren ihre Ausbildung zur Natur- und Landschaftsführerin über die Pfalzakademie Lambrecht gemacht und sich dabei auf Wildkräuter in den Rheinauen spezialisiert. So weiß sie zum Beispiel, dass die Blüten der Ringelblumen, Johanniskraut, Mohn oder Lavendelblüten sehr wertvoll und gesund im Salat sind. Manchmal binde sie schöne Sträuße für Freunde und Bekannte und verschenke sie mit dem Satz: „Ist alles essbar.“ Aber es ist auch Vorsicht geboten, denn der Mensch verträgt zu viele Bitterstoffe nur sehr schwer. Deshalb sollte man die Wildkräuter nur in sehr kleinen Mengen zu sich nehmen, warnt sie. „Früher waren mir auch Endivien oder Rucola viel zu bitter, um sie so zu essen“, erinnert sie sich. Auf der kleinen Tour über die Feldwege um Fußgönheim hat die Gruppe aus etwa zehn Interessierten wilden Rucola und andere Kräuter gefunden. Die Salatpflanze, die man sonst im Supermarkt kaufen würde, enthält einen intensiven Bitterstoff, was schon am Geruch erkennbar war. In Fußgönheim gab’s die Delikatesse direkt vom Wegesrand. Mit den Wildkräutern können aber nicht nur Salate verfeinert werden, lernten die Wanderer. Auch Sirup oder Tee könne daraus hergestellt werden. Gänseblümchentee zum Beispiel vertragen vor allem Kinder sehr gut, weiß Margarete Durand. Und nicht nur das. Aus Wildkräutern werden auch Heilstoffe für Medizin und Salben gewonnen. Ein Tipp von Durand: Bei Schnakenstichen oder Blasen an den Füßen ist der Spitzwegerich das beste Heilmittel.

x