Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Schließungen bei Hausärzten: Kommt die Corona-Ambulanz?

Aufgrund der aktuell hohen Infektionszahlen seien manche Hausarztpraxen bereits zur Teilschließung gezwungen, andere hätten ihre
Aufgrund der aktuell hohen Infektionszahlen seien manche Hausarztpraxen bereits zur Teilschließung gezwungen, andere hätten ihren Betrieb komplett eingestellt, sagt Steffen Giesse vom Ärztenetzwerk Go-Lu.

Die Ludwigshafener Hausärzte sind in Sorge: Angesichts weiterhin zunehmender Infektionszahlen bestehe die Gefahr, dass bald mehrere Praxen wegen Personalmangels ausfallen könnten. Im städtischen Corona-Krisenstab hat man deshalb jetzt einen Notfallplan erarbeitet.

„In den Arztpraxen gibt es derzeit einen hohen Personalausfall“, sagt Steffen Giesse, Vorstandsvorsitzender der Gesundheitsorganisation Ludwigshafen (Go-Lu), einem Zusammenschluss von rund 160 Ärzten in Ludwigshafen, Bad Dürkheim, Frankenthal und im Rhein-Pfalz-Kreis. Einige Praxen seien deshalb bereits zur Teilschließung gezwungen, andere hätten ihren Betrieb komplett eingestellt. Insgesamt könne man die Situation zwar noch handhaben, betont Giesse. Trotzdem richtet er einen Appell an die Patienten. „Wir bitten diejenigen, die einen positiven Corona-Schnelltest haben und Krankheitssymptome aufweisen sowie auch jene, die Grippesymptome haben, sich zunächst telefonisch in den Hausarztpraxen oder unter der Hotline 116117 der Kassenärztlichen Vereinigung zu melden!“

Dass Infektionen in die Praxen getragen werden, gelte es derzeit dringend zu vermeiden. All jene, die einen positiven Corona-Schnelltest haben, aber keine Krankheitssymptome aufweisen, bittet Giesse für einen zweiten Schnelltest um das Aufsuchen eines Testzentrums – etwa jenes, das vom Deutschen Roten Kreuz an der Friedrich-Ebert-Halle betrieben wird, wo man gegebenenfalls sofort im Anschluss auch einen PCR-Test erhalten kann.

„Wollen vorbereitet sein“

Offenbar ist die Lage in den Arztpraxen aufgrund der allgemein hohen Infektionszahlen mittlerweile so angespannt, dass man sich im städtischen Corona-Krisenstab – dem unter anderem Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD), Steffen Giesse und auch einige Krankenhausvertreter angehören – darauf geeinigt hat, einen Notfallplan zu erarbeiten. „Sollte sich die Situation in den Arztpraxen weiter zuspitzen, müssen wir schnell handeln, deshalb gilt es jetzt, Vorbereitungen zu treffen“, sagt Giesse diesbezüglich.

Demzufolge ist angedacht, dass es im Notfall für die Versorgung von Corona-Patienten, die nicht stationär behandelt werden müssen, eine Corona-Ambulanz geben wird – und zwar am Ludwigshafener Klinikum in den Räumen der früheren Infektionsambulanz. „Noch ist es nicht soweit“, betont Giesse, der alle im Netzwerk Go-Lu organisierten Ärzte, aber auch alle anderen niedergelassenen Ärzte bereits zur Mitarbeit aufgerufen hat. „Nach wie vor hoffen wir, die aktuelle Situation auch ohne die Corona-Ambulanz stemmen zu können – aber wir wollen vorbereitet sein, sollte die Situation sich weiter verschärfen.“

x