Ludwigshafen Schlauchboot versenkt, Wäsche gehisst

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„Kommen sie an Bord, lassen sie uns in See stechen“, hat Rhenania-Chef Hans Kätsch dem Premierenpublikum in der SVF-Halle am Samstag zugerufen. Mit „Sextett“ aus der Feder des englischen Autors Michael Pertwee brachte der Friesenheimer Club Rhenania 05 eine turbulente, in Pfälzer Mundart übertragene Boulevardkomödie auf die Bretter.

Kreuzfahrten sind in. Und solche, die auf der noblen Jacht eines erfolgreichen Geschäftsmanns stattfinden, ein exklusives Vergnügen. „Sextett“ liefert auf einem Törn fern des Massentourismus’ tiefe Einblicke in diverse Beziehungskisten. Von den Rhenania-Akteuren glänzend in Szene gesetzt, stach die Sechsergruppe in See und zeigte ein groteskes Verwirrspiel, in dem unterschiedliche Erwartungen und Pläne aufeinander treffen – etliche mögliche Kombinationen von Freundschaft und Feindschaft, Liebe, List und Eifersucht. Erich Aschberg (Florian Katzer), der charmante Gastgeber, wird durch seine Noch-Ehefrau Lisa (Jessica Oriolo) in Bedrängnis gebracht. Sie lädt sich selbst ein und stört sein Techtelmechtel mit Valerie (Romy Weinriefer), der Gattin seines tolpatschigen Angestellten Dieter (Peter Baron). Der Theaterautor Philip (Oliver Benz) lässt seine Angetraute gleich zu Hause und bringt mit Mandy (Vanessa Schmidt) eine junge Gespielin mit. In Kapitänsuniform gibt er den schlagfertigen Sprücheklopfer. Während der Unglücksrabe Dieter von einer Katastrophe in die andere schlittert, verliert Skipper Erich zusehends die Kontrolle über das Geschehen. Er muss erleben, dass sich eine Angelschnur in der Schiffsschraube verfängt, das Schlauchboot versenkt wird und Mandy ihre reizende Wäsche anstelle der schwarz-rot-goldenen Flagge hisst. Dagegen behält Valerie die Fäden gut in der Hand und betreibt gemeinsam mit Erich die Abschiebung ihres Gatten auf einen Job in Südafrika. Überzeugend verkörperte Weinriefer die intrigante Dame, die ihr Liebesglück ohne Rücksicht auf Verluste schmiedet. Baron präsentierte sich als Freund aller Fettnäpfchen und riss das Publikum regelmäßig zu Lachsalven hin. Dass er der Erste ist, der den Knoten der Beziehungsverwirrung durchschlägt, kam ebenso unerwartet wie der originelle Schlussakkord, den „Sextett“ anschlägt. Regisseur Jürgen Walter und seine Truppe haben viel Spielfreude auf die Bühne gebracht. Das gelungene Bühnenbild und das begeisterte Publikum verhalfen dem Stück zu einem guten Start. Anders als in den Vorjahren bleibt die Rhenania mit „Sextett“ in Friesenheim. Die 25 Aktiven können den Aufwand auswärtiger Auftritte nicht mehr bewältigen. (enk)

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