Ein Bild und seine Geschichte
Saugut: Wutz als Werbeträger
Keck reckt sie ihren Rüssel vorbei an einer Säule in Richtung Foyer und grinst sich einen mit ihren großen Augen, auch wenn ihr offener „Stall“ direkt an der Drehtür am Fenster etwas beengt wirkt: die feuerrote Sparkassen-Wutz. Sozusagen der tierische Empfang in der Zentrale der Sparkasse Vorderpfalz am Ludwigsplatz. Den Passanten reckt sie ihr Hinterteil zu, frei nach dem Motto: Wer mich von Angesicht zu Angesicht angrunzen will, muss schon reinkommen.
„Wir haben zwei dieser großen Sparschweine: eines in unserer Hauptstelle in Ludwigshafen und eines in unserer Hauptstelle in Speyer“, sagt Sparkassensprecher Albert Schlarp über den nicht zu übersehenden Werbeträger, den man – angesichts des Spardrucks – symbolisch auch bei der nächsten Stadtratssitzung am 30. Januar im Pfalzbau aufstellen könnte. Immerhin muss die Ludwigshafener Verwaltungsspitze einen satten zweistelligen Millionenbetrag einsparen, damit der Haushalt von der Finanzaufsicht genehmigt wird. Ein optischer Denkanstoß an die Politiker könnte da nicht schaden.
Platz für viele Scheine
In die große rote Wutz, hätte sie den obligatorischen Schlitz auf ihrem Rücken, würden jedenfalls ziemlich viele Scheine hineinpassen. Sie ist 1,20 Meter hoch, 1,60 Meter lang, etwa 1,15 Meter breit und wiegt stolze 25 Kilogramm.
Im Besitz der Sparkasse Vorderpfalz sind die beiden großen und aus Glasfaserpolyester hergestellten Exemplare bereits seit mehr als zehn Jahren. Produziert hat sie die Firma „S-Communication Services“, ein zentraler Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe mit Sitz in Berlin.
Was die Wutzen damals gekostet haben, lasse sich nach der langen Zeit leider nicht mehr recherchieren, sagt Schlarp. Aber ihre Wirkung auf Kunden – große wie kleine – scheinen die auffälligen Werbeträger bis heute nicht zu verfehlen. „Im Laufe eines Jahres geben wir rund 2000 Sparschweine in den unterschiedlichsten Ausprägungen an unsere Kunden aus“, berichtet Schlarp. Und: „Wir beobachten, dass das ,Sparschwein-Prinzip’ bei Eltern und Kindern aktueller denn je ist. Die Höhe der einzelnen Sparbeträge ist dabei nicht der allein ausschlaggebende Punkt: Wichtiger ist, dass regelmäßig angespart wird und dass Kinder und Jugendliche dadurch den verantwortlichen Umgang mit Geld und Finanzdienstleistungen frühzeitig lernen.“
Rund 70.000 Sparbücher
Klassische Sparkassenbücher seien nach wie vor ein beliebtes Mittel zum Sparen: „Für unsere Kunden führen wir rund 70.000 Sparkassenbücher“, informiert Schlarp. „Viele Großeltern oder Paten nutzen beispielsweise bei der Geburt eines Kindes oftmals solche Bücher als Grundstein für einen langfristigen Vermögensaufbau.“
Und beim traditionellen Weltspartag in der letzten Oktoberwoche werden die überwiegend klirrenden Inhalte in den kleineren Varianten dann wieder in die Geldzähler geschüttet. Wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase und der hohen Inflation ist damit allerdings keine ordentliche Rendite mehr zu erzielen.
Dass viele Menschen ihr Geld dennoch auf Sparbüchern bunkern, könnte nicht zuletzt am Sparschwein liegen. Denn es gilt als Symboltier des Glücks und wird daher mit dem Besitz von Geld assoziiert. Nichts lag also näher, als dem Gefäß zur Verwahrung der eigenen Spargroschen die Form des Schweins zu geben, das Wohlstand, Sicherheit und Glück repräsentierte. Einen Spitznamen hat das XXL-Sparkassen-Sparschwein in Ludwigshafen übrigens noch nicht. Wie wär’s mit Saulunix?