LEICHTATHLETIK RHEINPFALZ Plus Artikel Samantha Borutta schöpft in Halle ihr Potenzial nicht aus

Samantha Borutta blieb bei den Werfertagen in Halle/Saale unter ihren Möglichkeiten.
Samantha Borutta blieb bei den Werfertagen in Halle/Saale unter ihren Möglichkeiten.

„Ja klar geht’s weiter“, sagte Mutter und Trainerin Annette Borutta. Weiter im doppelten Wortsinn. Den Kopf lässt Samantha Borutta bestimmt nicht hängen, nur weil sie die Ziele nicht erreichte.

Und in den Drehungen im Wurfring steckt natürlich noch mehr an Kraft und Technik, was den 4-kg-Hammer definitiv weiter fliegt lässt. Es muss halt alles passen. Und in Halle, in dem Wurfmekka an der Saale, war das am Samstag nicht der Fall. Die 22 Jahre alte Hammerwerferin aus Mutterstadt kam „nur“ auf 66,58 Meter, mit denen sie den siebten Rang erreichte. „Sie hätte im Ring mehr arbeiten müssen“, sagte die Mutter und Trainerin.

„Es ist sehr schade, dass Samy heute nicht in ihren Wurf rein kam. Sie machte Fehler, die sie sonst nicht macht, und bei solchen Fehlern fehlen dann ruckzuck zwei, drei Meter“, erklärte Vater und Trainer Peter Borutta, der bekannte, dass „die 70 Meter oder mehr“ angepeilt waren. Aus mindestens zwei Gründen: „Erstens hat sie das definitiv drauf, das wissen wir vom Training her, und zweitens ist es natürlich ideal, hier in Halle in solch einem Weltklassefeld werfen zu können“.

Sie habe den Radius nicht lange genug gemacht, also die Hammerbahn verkürzt, den Hammer aus der Bahn rausgezogen, dadurch wird er langsamer“, ging Peter Borutta ins Detail. Er sieht die Dinge, die die Zuschauer nicht sehen, obwohl sie in Halle so nahe um den Ring herumstehen, gute Stimmung machen und eine einzigartige Atmosphäre ins Geschehen zaubern. „Wir haben die Fehler angesprochen, aber im Wettkampf sind sie nur schwer zu korrigieren. Es besteht dann immer die Gefahr, dass andere Fehler hinzukommen“, verdeutlichte der Trainer.

70 Meter und drüber sind der Anspruch

Samantha Borutta hatte vor drei Monaten an gleicher Stelle mit 66,59 Metern, also mit einem Zentimeter mehr, die Saison eröffnet und wurde damit deutsche Winterwurfmeisterin. Im portugiesischen Leiria ließ sie kurz darauf beim Werfer-Eurocup 66,23 Meter anschreiben. Aus den Trainingslagern kam sie glänzend vorbereitet und warf Anfang Mai in Forbach 69,40 Meter – ein Fingerzeig.

Nahe an den 70 Metern und dann auch drüber, und zwar in einem Wettbewerb, das ist ihr Anspruch für diese Saison mit dem Höhepunkt in Budapest, wo sie im August an ihren zweiten Weltmeisterschaften teilnehmen will. In Forbach ist beim Einwerfen ein Hammer sogar über die 72 Meter geflogen. „Man muss beim Abwurf genau den Punkt treffen, damit man dem Hammer so richtig einen mitgeben kann“, erklärt Peter Borutta.

Samantha Borutta kam trotzig lachend von der Anlage: „Es kann nicht schlechter werden, es ist schon sehr schade heute“, bedauerte sie: „Ich muss die Fehler rauskriegen“. Eine andere Erfahrung, nämlich dass seit langem mal wieder eine deutsche Konkurrentin vor ihr lag – Michelle Döpke, die 67,22 Meter warf – beeindruckte sie nicht so sehr. „Es ist mir momentan gleich, was die anderen werfen, ich muss mich auf mich konzentrieren“, sagte sie.

Abhaken und in Fränkisch-Crumbach attackieren

Abgehakt sei auch der Wettbewerb an Christi Himmelfahrt, die deutschen Hochschulmeisterschaften in Darmstadt. Weil nur zwei Teilnehmerinnen starteten, durfte sie nicht einmal den Titel „Deutsche Hochschulmeisterin“ mit nach Hause nehmen, dafür hätten drei starten müssen. Und die 64,97 Meter, die seien einem sehr schlechten Wurfring geschuldet, auf dem offenbar Monate oder Jahre nicht mehr geworfen worden war, so zugemoost sei er gewesen.

Natürlich geht’s weiter. An Pfingstsonntag steht das Meeting in Fränkisch-Crumbach an. In der Betty-Heidler-Arena, benannt nach der Weltmeisterin von 2007, hatte Samantha Borutta vor einem Jahr ihre Bestleistung geworfen – 72,14 Meter.

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