Ludwigshafen Rund 2000 Asylsuchende in Stadt

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Das Thema Flüchtlinge hat die gestrige, zweieinhalbstündige Sitzung des Sozialausschusses bestimmt. Deutlich wurde erneut: Die Anzahl der zugewiesenen Flüchtlinge geht langsam zurück, die Schwierigkeiten bei der Integration bleiben.

Derzeit (Stand: 10. Oktober) leben laut Sozialdezernent Wolfgang van Vliet (SPD) 2003 Asylsuchende in Ludwigshafen. 53 Prozent von ihnen sind in städtischen oder privaten Wohnungen, also dezentral untergebracht. Dieser Prozentsatz wird sich deutlich erhöhen, wenn bis zum Jahresende die Gemeinschaftsunterkünfte am Messplatz und in der Wattstraße aufgelöst werden (wir berichteten). Dort wohnen derzeit noch insgesamt 244 Flüchtlinge. „Heimischer und familiärer“ werde das Leben dann für die Asylbewerber, begrüßte Holger Scharff (SPD) die Auflösung der Massenunterkünfte. Peter Uebel (CDU) sagte, man habe inzwischen „vom Krisen- in den Normalmodus“ wechseln können. Im Jahr 2015 waren Ludwigshafen 1409 Flüchtlinge zugewiesen worden. Für 2016 liegt die Schätzung des Sozialdezernats derzeit bei 1150 Personen. „Eine verlässliche Prognose ist nicht abzugeben“, schränkte van Vliet jedoch ein. Das hänge von Gesprächen mit dem Land ab. Der Oktober ist in diesem Jahr bislang der Monat mit den wenigsten Zuweisungen. 15 Asylsuchende kamen nach Ludwigshafen. Zum Vergleich: Im Januar 2016 wurden Ludwigshafen noch 212 Asylsuchende zugewiesen. Der Trend zeigt also abwärts. Wegen der Aufgaben in der Integration, hat die Stadt ihre Abteilung Asyl neu organisiert. 6,5 von 32,5 Stellen – darunter die Abteilungsleitung – sind jedoch bislang unbesetzt. Bei Schulung von Sprache und sozialer Kompetenz ist im Moment vor allem die Volkshochschule gefragt. Bereits in 2015 gab es dort acht Mal so viele Unterrichtseinheiten zu diesen Themen, wie im Vorjahr. Ende 2016 werden es voraussichtlich noch mehr sein. Der Sozialdezernent betonte, dass derzeit „jeder Asylbewerber“ der wolle, einen Grundkurs Deutsch besuchen könne. Für dezentrale Kurse in den Stadtteilen sei es nicht einfach, ausreichend Räume zu finden. Über 900 Menschen engagieren sich in Ludwigshafen ehrenamtlich für Flüchtlinge. Eine Umfrage unter diesen hat ergeben, dass sie im Schnitt knapp 59 Jahre alt und meist weiblich sind, außerdem einen hohen Bildungsstand haben. Neben zehn Asyl-Cafés gibt es in Ludwigshafen neun Arbeitskreise Asyl. Ein zehnter, in Maudach, sei gerade in Planung. In Planung sei außerdem das Projekt „Eltern für Eltern“, mit dem zugewanderte Mütter und Väter unterstützt werden sollen. Dass es noch einige Probleme gibt, zeigte unter anderem die Nachfrage von Ibrahim Yetkin (Grüne). Er wollte wissen, wie mit Flüchtlingen mit psychischen Störungen umgegangen werde – ob diese etwa direkt vom Hausarzt an einen Spezialisten überwiesen werden können. Van Vliet sagte, dass es dazu oft an psychotherapeutischer Versorgung, vor allem mit den nötigen Sprachkenntnissen fehle. Die CDU wollte in einer Anfrage wissen, ob für alle Flüchtlinge, die in Ludwigshafen leben, die Befunde zum Tuberkulose-Status vorliegen. Eine Antwort blieb die Stadt schuldig. Diese werde nachgereicht, sobald der zuständige Ansprechpartner des Gesundheitsamts wieder verfügbar sei. Durch die Folgearbeit nach der BASF-Explosion habe dieser die Anfrage noch nicht bearbeiten können, sagte van Vliet. Die Erstaufnahmeeinrichtung Trier meldet jedoch: Es sei „nicht ausgeschlossen, dass im letzten Quartal 2015“ nicht jeder Flüchtling untersucht worden sei. |rxs

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