Ludwigshafen Rumpfmannschaft schlägt sich prächtig
LUDWIGSHAFEN. Nach 20 Jahren Abstinenz ist der BSC Oppau im vergangenen Sommer in die Fußball-Landesliga Ost zurückgekehrt. Dort präsentiert sich das Team viel besser als erwartet. Das Gründungsmitglied der Liga überwintert auf Rang zehn und hat sich ein kleines Polster auf die Abstiegszone zugelegt. Ein Ruhekissen ist das aber nicht.
Die Gelb-Schwarzen hatten sich in der Bezirksliga Vorderpfalz einen Namen als technisch starke Mannschaft gemacht, die attraktiven Offensivfußball spielte. Die letzte Spielzeit unter dem langjährigen Trainer Manfred Blockus krönte der BSC mit der Meisterschaft. Die Chancen, auch in der Landesliga Ost eine gute Rolle spielen zu können, schienen gut, zumal kein Stammspieler den Verein verließ. Doch der neue Coach Michael Drese hatte von Anfang an mit einer langen Ausfallliste zu kämpfen. Das Verletzungspech schlug unbarmherzig zu. Das Quintett Tobias Hofmann, Moritz Morlock, Matteo Randazzo, Andreas Schmalenberger und Dennis Weiß – alle wichtige, teils als unersetzlich geltende Figuren im Aufstiegsjahr – haben in dieser Saison noch keine Minute gespielt. „Das war so nicht abzusehen. Der Kader ist immer mehr geschrumpft. Die Mannschaft hat sich von selbst aufgestellt, einen Konkurrenzkampf gab und gibt es nicht“, klagt der Trainer. Weitere Verletzungen von Tim Graf und Dennis Leising, die jeweils sieben Wochen pausierten, der Ausstieg von Sven Fouquet und der berufsbedingte Umzug von Bilal Kösker nach Braunschweig verschärften die Personallage. Zwei entscheidende Faktoren haben dafür gesorgt, dass der BSC so gut dasteht. Zum einen haben alle Neuverpflichtungen toll eingeschlagen, auch die, die aus unteren Klassen kamen. Zum anderen hat ein Gerippe von acht, neun Spielern funktioniert. Jeder von ihnen hat konstant seine Leistung gebracht. Alle 18 Partien absolvierten Gianluca Ferraro und Christian Schmalenberger, auf 17 Einsätze kamen Kapitän Göran Garlipp und Dominique Golab, 16 Mal spielten Jan Drese und Ali Aydin, 15 Spiele bestritten Jacin Bensid und Alexander Lindenau. Sieben dieser acht Akteure standen immer in der Starformation, nur Lindenau kam einmal von der Bank. Diese Kontinuität in der Aufstellung, die dazu führte, dass sich Automatismen bildeten und sich ein blindes Verständnis entwickelte, war ein Geheimnis des Erfolgs. Die Oppauer präsentierten sich als eine harmonische Einheit auf dem Feld. „Dabei haben wir viel Lehrgeld bezahlt und einige Punkte liegenlassen“, gibt Drese zu bedenken. Gemeint sind die Auswärtsspiele beim VfB Bodenheim (1:2), bei TuS Altleiningen (1:2), beim SV Rülzheim (1:2) und bei Wormatia Worms II (2:3), in denen der BSC bis zur 70. Minute jeweils führte. Auch bei der 1:3-Heimniederlage gegen Viktoria Herxheim erzielte der BSC das erste Tor. „Das Team hat diese Nackenschläge bewundernswert weggesteckt“, lobt der Coach. Vor allem auswärts gab es überraschende und ungefährdete Siege: 3:0 beim VfR Grünstadt und beim SVW Mainz sowie 4:0 bei RWO Alzey. Von den 36 Treffern gehen mehr als die Hälfte auf das Konto von Torjäger Gianluca Ferraro (20). Schmalenberger (4), Drese und Golab (je 3) folgen. „Wir sind noch lange nicht über dem Berg, denn die Personaldecke ist nach wie vor sehr dünn. Die Liga ist äußerst ausgeglichen, da ist jedes Spiel schwer“, warnt Drese. Dass die Oppauer schon zweimal gegen den Punktelieferanten VfR Frankenthal gespielt haben, andere aber erst einmal, ist ein Nachteil für den BSC. Um ganz sicher zu gehen, müssen wohl noch elf, zwölf Punkte geholt werden.