Ludwigshafen
Ruchheim: Tanzparty hilft Kindern in Not
Unterstützung der Schwächsten in der Gesellschaft, den Kindern – das war es, was die beiden Familien Lansche und Haß vor sechs Jahren zusammenbrachte. Mit enormem Engagement stemmen die beiden Paare jedes Jahr eine Veranstaltung, bei der Musik-Acts aus völlig unterschiedlichen Richtungen für Stimmung und Unterhaltung sorgen. Der Erlös geht dieses Jahr an den Förderverein Kindernotarztwagen.
Der Verein „Beats meets Charity“ umfasst zwischenzeitlich 46 Mitglieder, die ausnahmslos ehrenamtlich eingebunden sind. Erstmals konnte Alexander Herzog für die Bühne gewonnen werden. Das Mitglied der zwölf Tenöre aus Franken eröffnete die Revue stimmgewaltig. Mit „Dein ist mein ganzes Herz“ berührte er gleich die Herzen der Zuschauer. Den Abend, der bis tief in die Nacht begeisterte, moderierte Alexander Link. Der Ruchheimer führt seit 15 Jahren in Frankenthal auch durch den RTL-Spendenmarathon „Wir helfen Kindern“.
Doubles von Elvis und Michael Jackson
Die dort entstandenen Kontakte konnte er zum Teil nach Ruchheim vermitteln. Einer davon ist die Kooperation mit der Behinderteneinrichtung der Mainfränkischen Werkstätten „Mosaik“. Deren Mitglieder kümmern sich nicht nur um technisches Equipment, in ihren Reihen befinden sich gleichzeitig musikalische Talente. Da ist als Beispiel Manuel Seitz, der als Elvis-Double die Zuschauer restlos zu begeistern wusste. Die Freundschaft mit Mosaik geht so weit, dass demnächst ein gemeinsamer Urlaub ansteht, berichtet Axel Haß, zweiter Vorsitzender von „Beats meets Charity“. „Wir sind alle eine Familie“, betont Vorsitzender Thomas Lansche.
Sascha Kleinophorst, bekannt als Frontmann von „Brass Machine“, hatte ein breites Repertoire an Songs mitgebracht. Mit Michael-Jackson-Double Giuseppe Ruisi sowie Nadine Elrich und Julian Fiege featuring „Neonlicht“ bediente die Show weitere Musikrichtungen. „Back to the 80s“ brachte den Saal endgültig zum Beben. Die Songs der empathischen Musiker dürften beim Publikum so manche Erinnerung wachgerufen haben.
Ortsvorsteher erstarrt
In diesem Jahr erhält der Förderverein Kindernotarztwagen die Erlöse aus der Veranstaltung. Nach jahrelangem Ringen war das veraltete Fahrzeug erst durch einen neuen Rettungswagen ersetzt worden. Vor etwa drei Wochen passierte das Unglück, es wurde im Einsatz bei einem Unfall stark beschädigt. „Den Schaden trägt die gegnerische Versicherung. Sollte bei der kostenintensiven Innenausstattung jedoch etwas kaputt gegangen sein, dann können wir das jetzt ersetzen“, freut sich Ingo Böhn. Der Kindernotarzt mit Praxis in Schifferstadt ist der Einzige, der derartige Einsätze, speziell auf junge Patienten ausgerichtet, im Bezirk Vorderpfalz fährt. Mehr als 400 pro Jahr seien es, verdeutlicht er die Dringlichkeit des Kindernotarztwagens.
Um die Spendensumme von magischen 10.000 Euro zu erreichen, versteigerte Link signierte Trikots, unter anderem eines vom FC Bundestag, das der Abgeordnete Christian Schreider (SPD) gespendet hatte, oder eines von FCK-Stürmer-Stürmer Terrence Boyd, signiert von allen Spielern. Die Tombola enthielt mit 800 Preisen keine Niete und sollte das Spendenergebnis erhöhen. Zu einem weiteren Obolus, von den Ruchemer Schloßhoggern, trug Ortsvorsteher Dennis Schmidt (CDU) bei, indem er etwa 30 Minuten im Kostüm einer Statue auf der Bühne stehen sollte.
„Ehrenamt, dazu in diesem Ausmaß, ist keine Selbstverständlichkeit“. Es verdiene größten Respekt, betonte Moderator Link. Das Datum für die Fortsetzung von „Beats meets Charity“ steht bereits fest: Am ersten Oktober-Freitag ist eine U-50-Veranstaltung geplant, tags darauf wird die herkömmliche Ü-50-Show angehängt. „Was ich zusammenbringe, wird ewig halten“, verkündete Link Hoffnung machend.