Ludwigshafen Rote Früchtchen überall

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«FuSSgönheim.» Drei Jahrzehnte schon verbringen die Fußgönheimer Landfrauen viel Freizeit miteinander – kochen, basteln, radeln oder feiern zusammen. So auch vergangenen Mittwoch im Fußgönheimer Museumsstübchen: Mit einem zum Erdbeerfest verabschiedeten sie sich in die Sommerpause, um gestärkt ins Spätjahres-Programm zu starten. Am 22. November feiern sie ihren 30. „Geburtstag“.

Kreativ, wie die Landfrauen nun mal sind, fanden sich die roten Früchtchen in jeder Leckerei – selbst im Sekt durften sie nicht fehlen. Von der Serviette über den pikanten Erdbeer-Rucola-Salat (siehe Rezept-Buch) bis hin zur süßen Erdbeer-Charlotte zum Dessert ließen sich die Landfrauen das sommerliche Obst schmecken – und dachten wohl, was für eine gute Idee es war, vor 30 Jahren diese Gruppe zu gründen. Ganz genau war es am 23. November 1987, als 21 Frauen den Fußgönheimer Ortsverein der Landfrauen aus der Taufe gehoben haben. Der Grund: In den umliegenden Gemeinden organisierten sich die Landfrauen, aber nicht in Fußgönheim. Das sollte sich ändern, fand damals Elli Grau. Sie war Neubürgerin und hat die Vereinsgründung initiiert, erinnert sich die heutige Vorsitzende Brigitte Kraft. Eine der ersten großen Aktionen des noch jungen Ortsvereins war 1992 die Teilnahme am Rheinland Pfalz-Tag in Ludwigshafen. Mit einem Waffelstand präsentierten sich die Fußgönheimerinnen, so steht es in der Vereinsgeschichte. Ein Jahr später engagierten sich die Landfrauen, als Fußgönheim sein 1100-jähriges Bestehen feierte. Ein besonderes Ereignis war laut Brigitte Kraft auch der Kerweumzug vor zwei Jahren. Die Landfrauen hatten sich für ihre Kostüme vom Musical „König der Löwen“ inspirieren lassen. In den ersten Jahren stießen immer mehr Interessierte Frauen zu dem aktiven Verein. „Die meisten Mitglieder hatten wir 2001, da waren wir 90“, weiß Brigitte Kraft. Inzwischen engagieren sich 86 bei den Landfrauen, die älteste ist 96, die Jüngste 53 Jahre als. Doch zurzeit sei es schwer, neue Mitglieder, vor allem jüngere Frauen, zu gewinnen, meint die Vorsitzende – ein Problem vieler Ortsvereine. Doch solche Sorgen sollten am Mittwoch beim Erdbeerfest nicht im Vordergrund stehen. In dem Museumsstübchen wurde es mit den rund 25 Landfrauen gemütlich. Brigitte Kraft und ihre Teamkolleginnen hatten in stundenlanger Vorbereitung ein stattliches und kreatives Büfett gezaubert. „Das mache ich gerne, der Verein liegt mir am Herzen“, sagt Brigitte Kraft und freut sich, dass es den Frauen schmeckte. Die Ideen für die Rezepte angefangen von der Erdbeerbowle bis hin zum Erdbeer-Rucola-Salat mit Mozzarella habe sie im Internet gefunden. „Aber ich verändere auch das eine oder andere“, verrät Brigitte Kraft. So sei Olivenöl, das eigentlich für den Salat vorgesehen sei, nicht jedermanns Sache und wurde mit Sonnenblumenöl ersetzt. Das passe auch viel besser zu den Erdbeeren. Und den Rucola hat Brigitte Kraft selbst im Garten gezogen. Entzückend und mit viel Liebe zum Detail sahen auch die halbierten Melonen und Spieße mit Erdbeeren und Käse aus. Einige Landfrauen zückten erst einmal ihre Handys und fotografierten die kleinen Kunstwerke, die auch noch wunderbar schmeckten, wie Karin Gugler bestätigte. Ihr Favorit war aber der pikante Rucolasalat. In solch gemütlicher Atmosphäre fiel es auch gar nicht schwer, über die nächsten Veranstaltungen zu sprechen – über den Kerweumzug zum Beispiel, für den sie etwas ganz Besonderes vorbereiten wollen. „Was, wird aber noch nicht verraten“, sagt Brigitte Kraft und schmunzelt. All die Aktionen und geselligen Runden stärken den Zusammenhalt als Gruppe, ist die Vorsitzende überzeugt. Fast jeden Mittwoch treffen sich die Landfrauen. Auf dem Jahres-Programmen stehen Kurse zu den verschiedensten Themen, Lesungen, auch Kabarett-Abende, Ausflüge oder Radfahrtreffs in der Sommerpause. Das kreative Angebot komme gut an. Und: Nicht jeder Ortsverein biete ein Programm übers ganze Jahr hindurch. „Wir sind eine nette Gruppe“, schwärmt Ilse Wehner. Die 65-Jährige wohnt in Ludwigshafen, kommt aber als gebürtige Fußgönheimerin zu den Landfrauen in ihre Heimatgemeinde und ist wieder einmal ganz begeistert von dem tollen Büfett, das ihre „Kolleginnen“ vorbereitet haben. „Ich habe hier schon viele neue Sachen probiert, die ich sonst nie essen würde“, sagt sie und nimmt wieder einmal eine neue Rezept-Idee mit nach Hause.

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