Irgendwo in LU
Roman Kirchner und Manfred Leibach über die Geschichte und Zukunft des Südwest-Stadions
Welche sind Ihre ersten Erinnerungen an das Südwest-Stadion?
Kirchner: An das erste Spiel, das ich hier gesehen habe, kann ich mich jetzt nicht mehr erinnern. Aber ich weiß noch, dass hier mal ein Endrundenspiel um die deutsche Meisterschaft zwischen dem FK Pirmasens und dem Hamburger SV stattgefunden hat. Das müsste 1959 gewesen sein oder auch 1962. Damals durften wir als Jugendliche das Vorspiel bestreiten. Ich glaube, das war in der D- oder in der C-Jugend. Das war ein Spiel vor 60.000 Zuschauern. So etwas vergisst man nicht.
Leibach: Ich habe häufiger hier gespielt. Ich war bei Arminia und später bei Tura und auch beim FSV Schifferstadt. Wir haben damals in der höchsten Spielklasse gespielt, deshalb weiß ich jetzt nicht mehr, welches mein erstes Spiel hier war.
Von der SPD kam zuletzt der Vorschlag, auf den ungenutzten Zuschauertribünen Solarpaneele zu errichten und das Stadion so zur Stromerzeugung zu nutzen. Was halten sie davon?
Kirchner: Ich habe von dem Vorschlag nur die Überschrift gelesen, aber mich nicht weiter damit beschäftigt. Ich sag mal so: Bevor auf den Tribünen das Unkraut wächst, kann man auch Solaranlagen darauf bauen. Die Chance, dass wieder einmal mehr Besucher hier hereinkommen, ist ja eher gering. Und für die paar Leute reicht die Haupttribüne.
Warum sind Sie heute bei diesem Schmuddelwetter hier?
Leibach: Das ist ganz einfach: Wir haben eine Dauerkarte.
Für Arminia ist das Stadion in der Oberliga ja nur die Ausweichspielstätte. Wollen Sie zurück nach Rheingönheim?
Kirchner: Ich war jetzt schon lange nicht mehr draußen. Ich weiß daher nicht, wie weit dort gerade die Bauarbeiten sind. Aber eigentlich komme ich ganz gerne hierher. Man hat hier einen guten Platz auf der Tribüne. In Rheingönheim gibt es zwar auch eine Tribüne, aber die ist kleiner.
Sie haben vorhin die Zuschauer angesprochen. Die Arminia ist der am höchsten spielende Fußballverein Ludwigshafens. Warum kommen nicht mehr Zuschauer zu den Heimspielen?
Leibach: Heute gegen Eintracht Trier geht es ja sogar noch. Und neulich war auch gegen Worms ein bisschen mehr los. Aber ich glaube insgesamt, dass das ein Ludwigshafener Problem ist. Als damals der FSV Oggersheim hier in der Regionalliga gespielt hat, sind ja auch fast nur Leute aus Oggersheim zu den Spielen gekommen, obwohl die Regionalliga damals die dritthöchste Liga war. Außerdem gibt es viele Vereine nicht mehr, die früher einmal höherklassig gespielt haben, wie zum Beispiel auch Tura. Aber es ist halt so, dass zur Arminia vor allem Leute aus Rheingönheim kommen, so wie früher bei Oggersheim vor allem Oggersheimer da waren.