Ludwigshafen Rockklassiker lassen Temperatur steigen
Saison-Auftakt der allmonatlichen „Bluessession“ im Ludwigshafener Kulturzentrum Das Haus: Gäste der ElVille Bluesband waren diesmal der Gitarrist und Sänger Markus Tiedemann und der Schlagzeuger Jürgen Friesenhahn.
Der 54-jährige Tiedemann lebt zwar in Köln, ist aber unüberhörbar hier in der Region aufgewachsen. Zusammen mit dem Sänger Achim Degen bildete er das Frankenthaler Popduo Six was Nine, das in den 1990er Jahren internationale Erfolge feierte. Man ging sogar mit Tina Turner auf Europa-Tournee, und auch sonst fehlte es nicht an Erfahrungen mit internationalen Größen. Inzwischen arbeitet Tiedemann mit der Akkordeonistin Lydie Auvray zusammen, gehört zur Band Cole und unterrichtet. Mit Jürgen Friesenhahn, der aus dem Ruhrgebiet stammt, ist Tiedemann seit langem befreundet, hat aber noch nie mit ihm auf einer Bühne gestanden. Privat allerdings sei es schon zu kleinen Jamsessions gekommen, verriet der Gitarrist. Die ElVille Bluesband legte erst mal mit vier Stücken alleine los, ehe dann die Gäste einstiegen. Friesenhahn bezog sein eigenes Schlagzeug, während Tiedemann mal allein sang, mal mit Marion La Marché zusammen und die Solo-Gitarre spielte. ElVille-Gitarrist Tom Schaffert übernahm die zweite Gitarrenstimme. Sehr rockig oder bluesrockig wurde es mit den beiden. Friesenhahn pflegt einen harten Schlag, zusammen mit Tiedemanns Gitarrenspiel stieg die Temperatur im Saal gleich um mehrere Grad. Es waren Rockklassiker, die sie ausgesucht hatten, „The Chain“ und „Oh well“ von Fleetwood Mac, „Cripple Creek“ in der Version von The Band, in der zweiten Hälfte dann eine so elektrisierende Version von Stevie Wonders „I wish“, dass einige Zuschauer zu tanzen begannen. „You can’t always get what you want“ von den Rolling Stones folgte, alles solide Rocktitel mit großen Gitarrensoli. Tiedemanns Zusammenspiel mit Friesenhahn wie mit der Band funktionierte, als ob sie schon jahrelang nichts anderes getan hätten. Die ElVille Blues Band brachte wie gewohnt soliden Blues ein, mit Sängerin Marion La Marché, einer Frau mit Resonanzkörper und einer fast „schwarzen“ Stimme, dem großartigen Gitarristen Tom Schaffert und dem nicht weniger großartigem Tom „Tiger“ Karb am Keyboard, die ihre Klasse mit Solo-Einlagen bei jedem Stück deutlich machten. Dazu kamen noch Bonnie Batzler am Bass und Sam Sommer am Schlagzeug. Auch sie hatten eher ältere Klassiker ausgesucht wie „What a day for a daydream“ von Lovin Spoonful aus den 1960ern.