Ludwigshafen
RNV setzt im Ludwigshafener Süden weiter auf Ersatzbusse
Beim Bürgerforum zu den Hochstraßen am Donnerstag in der Rhein-Galerie werden auch Vertreter der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) dabei sein. Aber schon jetzt ist klar, dass am seit Ende November geltenden Not-Verkehrskonzept im Prinzip nichts geändert wird. Das gilt auch für den Schienen-Ersatzverkehr im Süden der Stadt.
Mit der vor dem Abschluss stehenden Instandsetzung einer Gleisverbindung von der Saarlandstraße im Stadtteil Süd zum Osten des Hauptbahnhofs war zuletzt die Frage verbunden, ob auf dieser Strecke dann nicht auch wieder Straßenbahnen fahren könnten. „Wir selbst hatten dies auch ursprünglich vor“, sagt Boris von Krueger, bei der RNV für das Angebot von Bussen und Bahnen insbesondere in Ludwigshafen zuständig, im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Warum das Unternehmen von dieser Idee nun aber wieder abgerückt ist, erklärt von Krueger so: Erstens habe sich gezeigt, dass die Ersatzbusse zwischen der Innenstadt und Rheingönheim gut angenommen würden. Die Kunden kämen damit, ohne umsteigen zu müssen, dorthin, wo sie hin wollten. Bei der Straßenbahn würde dies anders aussehen. Hier müssten die Fahrgäste am Hauptbahnhof notgedrungen umsteigen, wenn sie in die City, nach Mannheim oder auch zur BASF wollten.
Vor allem aber, und damit zweitens, gebe es bei den Straßenbahnen das Problem, dass diese am Hauptbahnhof nicht wenden könnten und damit weiter in Richtung Oggersheim beziehungsweise Ebertpark geführt werden müssten. „Die Bahnen würden uns dann an anderer Stelle fehlen.“ Und das Angebot Richtung Oggersheim und Ebertpark sei bereits jetzt ausreichend.
Nur Betriebsfahrten nach Rheingönheim
Weiter bestätigt von Krueger, dass nach der Instandsetzung der Gleise in Süd, die quasi vom Südwest-Stadion zum Hauptbahnhof verlaufen, ab Freitag, 14. Dezember, die Straßenbahnen aber wieder – als reine Betriebsfahrten – zum Depot in Rheingönheim fahren werden. Seit der Sperrung der Unterführungen in der Berliner und der Mundenheimer Straße müssen 15 Bahnen, die eigentlich dort ihren Heimathafen haben, nach Betriebsschluss bislang noch den RNV-Betriebshof in Mannheim ansteuern. Zwei weitere Bahnen werden seitdem in Bad Dürkheim abgestellt. Mit der Rückkehr nach Rheingönheim sollen auch die für Ludwigshafen zuständigen 120 Fahrer wieder von Rheingönheim aus arbeiten können.
Sonst wird es laut von Krueger in den nächsten Wochen zunächst keine Änderungen am derzeit geltenden Verkehrskonzept geben. Der Stichtag für mehrere Veränderungen sei dann erst am 7. Januar mit dem planmäßigen Fahrplanwechsel. In Richtung Oggersheim/Bad Dürkheim werde neben der Linie 4, die weiterhin im 10-Minuten-Takt fahren wird, dann die Linie 9 im 20-Minuten-Takt angeboten. Letztere halte innerhalb des Stadtgebiets zwar nicht überall, dafür aber an jeder Haltestelle zwischen Oggersheim und Bad Dürkheim.
Bitte umsteigen
Aus Richtung Oppau werden Fahrgäste der RNV laut von Krueger auch im neuen Jahr weiterhin nicht nach Mannheim kommen, ohne umsteigen zu müssen. Eine Verbesserung werde es auf dieser Linie allerdings bei der Taktung der Züge geben. So werde im Berufsverkehr morgens und abends über den 10-Minuten-Takt ein weiterer 20-Minuten-Takt gelegt, der mit drei zusätzlichen Bahnen bewerkstelligt werden soll. Bei diesen Bahnen handele es sich allerdings um Altfahrzeuge ohne Niederflurtechnik, sagt von Krueger.
Auch über die Kurt-Schumacher-Brücke werden ab 7. Januar mehr Straßenbahnen fahren als im Moment, nämlich 30 statt aktuell 26 pro Stunde. „Aber natürlich ist das weniger, als wenn wir auch noch die Adenauer-Brücke zur Verfügung hätten“, bedauert der RNV-Mann.
Wie ein Herzstillstand
Von Krueger hofft nun, dass der Abriss der Hochstraße Süd möglichst schnell geschieht. Und dass damit am Berliner Platz angefangen werde. „Der ist schließlich unser Herzstück in Ludwigshafen, durch dessen derzeitigen Wegfall haben wir gerade so etwas wie einen Herzstillstand.“ Weil dem aber nun mal so sei, sei auch beschlossen worden, die eigentlich für 2021 vorgesehene Erneuerung der Gleise dort schon im nächsten Jahr anzugehen. „Da stört es jetzt schließlich niemanden“, sagt von Krueger.
Zu den Kosten des „mit heißer Nadel“ erstellten aktuellen Verkehrskonzepts könne er derzeit noch nichts sagen, versichert der RNV-Mann. „Das Thema haben wir hintangestellt. Im Moment geht es ausschließlich darum, das Möglichste zu machen, um unseren Kunden zu helfen, von A nach B zu kommen.“