Ludwigshafen
Rheingönheim: Sanierung der Bezirkssportanlage wird teurer
Angesichts der dramatischen Finanzlage der Stadt – bei einer Gesamtverschuldung von 1,5 Milliarden und einem Defizit von 98 Millionen Euro im noch nicht genehmigten Haushalt für 2023 – gab es dazu einige Nachfragen der Fraktionen. Die zuständige Bereichsleiterin Gabriele Bindert erklärte, dass die zusätzlichen knapp 107.000 Euro, die das Gremium am Montag billigen musste, aus dem Mehraufwand für eine LED-Beleuchtung für die Flutlichtanlage resultierten. Zudem sei die Pflasterfläche nach einer Ortsbegehung mit Vertretern des Bundes am 7. September reduziert worden. Eine neue Beschallungsanlage sei gestrichen worden, es müsse auf die alte zurückgegriffen werden, so Bindert.
Die restlichen Zusatzkosten für den städtischen Anteil seien auf allgemeine Preissteigerungen seit Planungsbeginn zurückzuführen, weshalb der für die baufachliche Prüfung durch das Amt für Bundesbau notwendige Finanzierungsplan habe angepasst werden müssen. Von den insgesamt knapp 2,8 Millionen Euro Kosten übernimmt der Bund etwas mehr als zwei Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“, für das sich Ludwigshafen beworben hatte.
Wichtig war der Beschluss über die am Montag kurzfristig auf die Tagesordnung gepackte Angelegenheit, weil der Bund auf die Zusage für die Finanzierung des städtischen Anteils drängte. Sonst könne der Förderbescheid nicht ausgestellt werden. Hintergrund: Der Bauzeitraum ist begrenzt, da die überwiegend von Fußball-Oberligist FC Armina genutzte Anlage nur in einer Zeit mit sicheren zehn Grad plus gebaut werden kann.
1977 eingeweiht
Die Bezirkssportanlage wurde im Mai 1977 ihrer Bestimmung übergeben. Seither steht sie in erster Linie dem Vereinssport, darüber hinaus aber auch dem Schulsport, etwa für Bundesjugendspiele, zur Verfügung. Weitgehend bespielt wird sie vom FC Armina, der rund 500 Mitglieder hat, darunter zirka 200 Jugendliche, 15 Fußballteams, davon zehn Jugendmannschaften. Mit 2800 Belegungsstunden pro Jahr sei die über den Hohen Weg erschlossene Anlage am südlichen Rand des Stadtteils bereits vollständig ausgeschöpft.
In Absprache mit dem Amt für Bundesbau sei das Planungsbüro nun beauftragt, die Ausschreibung für die Arbeiten fertigzustellen. Sobald der abschließende Bescheid vorliege, könne diese auf den Weg gebracht werden. Bei geeigneten Temperaturen soll mit der Sanierung noch in diesem Jahr begonnen werden. Mittel zur Deckung der am Montag gebilligten Zusatzkosten sollen über eine Umschichtung bei Investitionen im Haushalt freigemacht werden – zulasten der Sanierung der Eberthalle.
In schlechtem Zustand
Die Bezirkssportanlage Rheingönheim ist in keinem guten Zustand. Seit Jahren ist der Spielbetrieb nur erschwert und je nach Witterung nur in einem begrenzten Zeitraum möglich. In ihrem bisherigen Zustand wäre die Anlage ohne Umbau auf Dauer nicht mehr zu betreiben. Daher sollen ein normgerechtes Kunstrasenspielfeld, eine neue Kurzstreckenlaufbahn sowie eine Weitsprunganlage mit Kunststoffbelag für den Schulsport angelegt werden. Das vorhandene Tennenspielfeld soll ebenfalls einen Kunstrasenbelag bekommen. Anfallendes Regenwasser soll künftig in einer Zisterne gesammelt und für die Beregnung der Anlage genutzt werden. Der Überlauf soll vor Ort versickern und so dem Kreislauf wieder zur Verfügung stehen.
Baugenehmigung liegt vor
Die wasserrechtliche Genehmigung sowie die Baugenehmigung für die Sanierung liegen laut Bindert inzwischen vor. Der Eigenanteil der Stadt errechnet sich aus den tatsächlichen Kosten (jetzt: 225.000 Euro) und den prognostizierten Baupreissteigerungen (544.000 Euro): unterm Strich gut 770.000 Euro.
