Ludwigshafen Reizvolle Struktur

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Mutterstadt. Zur einer künstlerischen Entdeckungsreise lädt die Ausstellung der Mutterstadterin Melanie Wieser im Rathaus in Mutterstadt bis 7. April ein. Bei der Vernissage stellte Wieser ihre Kunstobjekte aus Farbe, Leinwand und verschiedenen Materialien vor.

Mehr als 40 Werke, verteilt auf drei Stockwerke, konnten die Besucher der Vernissage am Freitag bestaunen. Sie nahmen oftmals die Kunstobjekte genau in Augenschein, um deren Wirkung aus Acrylfarbe, Schlagmetall, Sand, Seidenpapier, Kokosnussschalen, Bananenblätter und vielem mehr zu ergründen. Das künstlerische Arbeiten mit Naturmaterialien entdeckte Melanie Wieser bei einem Workshop einer Floristin vor vier Jahren. Weitere Workshops folgten, die ihr Impulse und Anregungen gaben, erzählt die 33-Jährige. In der Folge begann sie mit Materialien zu experimentieren. Bereits im ersten Stadium, wenn die Leinwand ihren Anstrich aus Acrylfarbe erhält, verwende sie unter der ersten Lage Farbe verschiedenes Streugut wie Sand oder Körner, das der farbigen Leinwand zusätzlich eine reizvolle Struktur verleihe. Im zweiten Stadium füge sie weiteres Material hinzu. So entstand ihr erstes Werk für ihre erste Ausstellung vor zwei Jahren aus getrockneten Bananenblättern, die sie zufällig in einem Geschäft entdeckt hatte und auf der Leinwand in einem Flechtmuster anordnete, das wie zufällig aussehe und gleichzeitig einen kunstvollen Reiz auf den Betrachter ausübe, sagt Melanie Wieser. „Die Materialien sind aus dem Leben gegriffen, Dinge aus dem Alltag, die ich sehe und die mich ansprechen, die nehme ich mit nach Hause.“ So hat sie Anzündholz für Kaminöfen aus dem Baumarkt verwendet, um sie auf einer schwarz grundierten Leinwand mit einem goldenen Kreis anzuordnen. Für ein weiteres Objekt hat sie aus Gipsbinden Ovale hergestellt, mit Goldfarbe angemalt, in zwei Hälften gebrochen und auf einer türkisfarbenen Leinwand angeordnet. „Ich gehe bei meiner Arbeit nicht so vor, dass ich Gefühle darstellen oder etwas nachbilden will, sondern es ist die Arbeit mit den Farben und den Materialien, die mir gefällt“, erklärt die gelernte Personalfachkaufrau. Sie gebe ihren Bildern bewusst keine Namen: „Es geht nicht um gegenständliche Darstellungen.“ Die Bilder werden lediglich durch ihre Materialkomposition und eine Nummer identifiziert – ein bewusster Schritt: „Es ist wichtig, dass der Betrachter die Werke selbst interpretieren kann und das sieht, was er sehen möchte.“ Ihre zweite Ausstellung sei für sie eine Gelegenheit, ihre Bilder in einem weitläufigen Raum zu sehen, denn in ihrer Wohnung stehe nur eingeschränkt Platz zum Aufhängen zur Verfügung. „Es macht Spaß, das schöne Resultat zu sehen.“ Diese Erfahrung machten auch die Besucher, die zahlreich zur Vernissage gekommen waren. „Es fasziniert mich, wie Melanie Wieser die Materialien einsetzt, so dass man nicht erkennt, was sie eigentlich ursprünglich waren. Das bringt eine Dreidimensionalität und eine besondere Lebendigkeit in das Werk“, schilderte Paul Platz, Leiter des Kulturbüros des Rhein-Pfalz-Kreises, seine Eindrücke. Sein Mitarbeiter Elias Türktasar, der zurzeit ein freiwilliges kulturelles Jahr im Kulturbüro absolviert, gab eine Einführung in die Ausstellung. „Die Werke mit Materialien, die ihre Gestalt wandeln“, würden zum Abschalten und Träumen anregen. „Die Künstlerin versteht es, nicht nur das Material gezielt einzusetzen, sondern auch damit zu experimentieren – frei nach dem Motto ,Alles ist möglich‘ “, sagte Türktasar. Beigeordnete Andrea Franz von der Gemeinde Mutterstadt begrüßte die Besucher und bedankte sich bei der Künstlerin, dass sie mit ihren Werken die Verwaltung für einige Zeit verschönere. Der Mannheimer Musiker Stefan Rosskopf sorgte für die musikalische Umrahmung. Noch Fragen? Die Ausstellung mit den Werken von Melanie Wieser sind bis Freitag, 7. April, während der Dienststunden im Rathaus Mutterstadt zu sehen.

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