Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Reiss-Engelhorn-Museen: Kinder werden zu Forschern

In den acht Ausstellungspavillons gehen die Kinder spielerisch Phänomenen auf den Grund.
In den acht Ausstellungspavillons gehen die Kinder spielerisch Phänomenen auf den Grund.

Es gibt in der Natur, im eigenen Körper oder im Weltall Vieles, das mit bloßem Auge nicht erkennbar ist. Aber gerade das macht diese Dinge so spannend und interessant. „Unsichtbare Welten“ nennt sich eine neue Mitmach-Ausstellung der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim (REM) für die ganze Familie.

Die Schau, die am Sonntag, 22. Mai, im Museum Weltkulturen im Quadrat D5 startet, ist eine von der Klaus-Tschira-Stiftung ermöglichte interaktive Erlebnisreise für Kinder und Familien. Acht Pavillons füllen den Ausstellungsraum. Und jeder davon widmet sich einem anderen Thema: Ursprung, Leben, Wellen, Gedanken, Geheimnis, Erde, Gehirn und Kosmos. Es sei ein Versuch, ein wenig Ordnung in die eigentlich eher chaotische unsichtbare Welt zu bringen, beschreibt Projektleiterin und Kuratorin Gaëlle Rosendahl bei einem Presserundgang, bei dem auch schon die ersten Schüler einen Testlauf unternehmen können, die Ausstellung.

Neues entdecken

„Ich finde das Fledermausspiel am besten, bei dem man mit geschlossenen Augen Beute jagen kann“, meint der elfjährige Zeynel. Aber auch der Pavillon, in dem die jungen Menschen selbst ein Erdbeben mit der eigenen Sprungkraft erzeugen können, habe ihn begeistert. Die zwölfjährige Zoe hingegen ist vor allem vom Kosmos-Pavillon mit der Nebelkammer fasziniert, in der die radioaktive Strahlung sichtbar gemacht wird, die im alltäglichen Leben um einen herumschwirrt – ganz ungefährlich natürlich. „Oder das Rätsel-Zelt, in dem man Fälle lösen kann.“ Das sei ebenfalls toll, fügt sie gleich hinzu. Auch dort wird Unsichtbares sichtbar gemacht: ein im Verborgenen begangenes Verbrechen über seine Spuren.

Wie üblich bei den Mitmach-Ausstellungen in den Reiss-Engelhorn-Museen werden die Kinder selbst zu Forschern und gehen spielerisch Phänomenen auf den Grund. Wie funktioniert das Gehirn? Wie findet eine Fledermaus im Dunkeln ihre Beute? Wie sahen versteinerte Lebewesen früher aus? Dabei ist nicht ausgeschlossen, dass auch den Erwachsenen noch das ein oder andere Licht aufgeht. „Jeder kann hier etwas Neues entdecken – auch die Eltern und Großeltern“, verspricht REM-Generaldirektor Wilfried Rosendahl.

Dazu stehen etliche Experimente zur Verfügung. So lässt sich ein Ball mit der Kraft der Gedanken bewegen, man kann einen eigenen Trickfilm drehen oder eben ein Erdbeben auslösen. Auch auf den ersten Blick komplexere Themen wie DNA, Schwerkraft oder die erwähnte Radioaktivität erklären die Ausstellungsmacher kindgerecht. Dabei lernen die jungen Besucher Gerätschaften kennen, die das Unsichtbare sichtbar machen können: das Mikroskop, die Röntgenstrahlen-Technik oder eine Wärmebildkamera etwa.

Begleitprogramm für Schulen

Die Ausstellung läuft bis zum 30. Juli 2023 und ist besonders für Kinder im Alter zwischen sechs und 14 Jahren geeignet. Aber auch die jüngeren Geschwister finden dort einige Beschäftigungsmöglichkeiten, erläutert Gaëlle Rosendahl. „Unsichtbare Welten“ ist somit tatsächlich für die ganze Familie geeignet. Ein Begleitprogramm, mit dem auch Schulen und Bildungseinrichtungen angesprochen werden, gibt es auch. Darunter sind eine Kinderuni, Workshops, Ferienangebote und eine Lesenacht.

Entstanden ist die Ausstellung laut Wilfried Rosendahl aus dem „X-perimente-Mobil“ heraus, das die REM und das Deutsche Röntgen-Museum in Remscheid 2020 zum 125. Geburtstag der Röntgenstrahlen auf Deutschland-Tournee schickte. Und auch die Ausstellung taugt zum mobilen Einsatz und kann durchaus nach der Premiere in Mannheim noch an anderen Orten gezeigt werden. Entsprechend sind die Pavillons nicht nur nachhaltig und stabil, sondern auch reisetauglich konstruiert worden.

Noch Fragen?

Mitmachausstellung „Unsichtbare Welten“ für die ganze Familie im Museum Weltkulturen der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim (D5) von Sonntag, 22. Mai, bis 30. Juli 2023. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr. Am 24. und 31. Dezember bleibt die Schau geschlossen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.rem-mannheim.de.

 Mit der eigenen Sprungkraft kann ein Erdbeben erzeugt werden.
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