Tennis
Reisestrapazen auf dem Weg in die Weltspitze
Für Liam Gavrielides war es ein kurzer Spieltag. Das 17 Jahre alte Talent des BASF TC Ludwigshafen startete am Samstagmorgen gegen Noel Maximilian Hartzheim von der DJK Sulzbachtal in seine vierte Partie für den BASF TC. Keine halbe Stunde war beim Stand von 6:0 und 2:0 für Gavrielides gespielt, als sein Gegner aufgab. Er wirkte nicht fit. Für Gavrielides, der vom TC Oberstenfeld, nach Ludwigshafen wechselte, eine seltsame Situation. „Das ist mir ein, zwei Mal passiert. Das erlebt man nicht oft. Heute war er schlapp und sagte, er kann sich nicht mehr halten“, sagt der deutsche U16-Meister von 2020.
Für Gavrielides war es der dritte Sieg. Auch wenn er sich diesen in anderer Form gewünscht und auf sportlichem Wege erreicht hätte, freute er sich über den Punkt für seinen Verein. „Das ist natürlich ein bisschen blöd so, aber da kann man nicht viel dran ändern“, sagt Gavrielides, der zufrieden mit seinen bisherigen Leistungen für seinen neuen Klub ist.
Auch Coach Denis Gremelmayr ist zufrieden mit seinem Schützling und sieht viele Stärken im Spiel des 17-Jährigen. „Er hat einen starken Aufschlag, ein mächtiges Spiel von der Grundlinie. Er kann schnell spielen, ist aber trotzdem variabel“, lobt der Ex-Profi. Es gibt auch Schwachstellen: seine Verletzungsanfälligkeit. „Wenn er das in Griff bekommt, hat er gute Chancen nach oben zu kommen“, glaubt Gremelmayr.
Gavrielides will in die Top 20 der Welt
Dahin will auch Gavrielides. In die Top 100 möchte er kommen. Wenn er das geschafft hat, in die Top 20. Das ist ein ambitioniertes Ziel. „Die Optionen dazu hat er auf jeden Fall, aber er ist eine lange Reise“, weiß der Coach, der einst selbst ein Top 60-Spieler war.
Gavrielides tut fiel für sein Vorhaben. Er lebt in Stuttgart und fährt wöchentlich durch halb Deutschland. Wenn er nicht gerade in Ludwigshafen trainiert, dann übt er in München. „Dort ist unser Leistungsstützpunkt. Aber hier – in Ludwigshafen – trainiere ich auch oft samstags oder montags nach der Schule“, berichtet der Sportler, der am Privatgymnasium in Schwetzingen die elfte Klasse besucht. Dort ist er montags. Was sich stressig anhört, ist für das Talent normal. „Ich mag es zu reisen“, erklärt er.
Das wird er in Zukunft wohl noch weiter tun, wenn es mit der Tenniskarriere weiter so gut läuft. Sein Ziel ist es, nach dem Abitur entweder auf ein US-College zu gehen, oder Profi zu werden. Vorher will er Praxis im Zweitliga-Team sammeln. Es wären seine ersten Einsätze auf diesem Niveau. „Wir schauen auf die Form eines jeden Spielers. Aber er ist eine Option. Deswegen haben wir ihn verpflichtet“, betont Gremelmayr.