Ludwigshafen Reifenberg: CDU wirft Linksjugend Rufmord vor
Mit Empörung reagieren die Ludwigshafener Christdemokraten auf die Forderung der Linksjugend nach einem Rücktritt von Bürgermeisterin und Kulturdezernentin Cornelia Reifenberg (CDU). Es geht dabei um ihre Rolle bei der Premiere des Blies-Festivals 2021. Die Forderung der Linksjugend mache sprachlos, erklärt Peter Uebel als Fraktionsvorsitzender der CDU im Stadtrat. Nach Reifenbergs Entschuldigung sei die Angelegenheit abgeschlossen gewesen. Das sei auch der Nachwuchsorganisation der Linken bekannt. Insofern seien die Vorwürfe „völlig daneben, mittlerweile ein Versuch von Rufmord und eine Charakterfrage“. Die strafrechtliche Relevanz dieser Unterstellungen werde die CDU prüfen lassen, kündigt Uebel an.
Stadtvorstand und SPD distanzieren sich
Die Linksjugend unterstützt die Forderung der SPD-Jugendorganisation Jusos, die bereits Ende April auf den Rücktritt Reifenbergs gedrängt hatte. Die Linksjugend spricht in diesem Zusammenhang von „dubiosen Verstrickungen in die Organisation“ des Festivals, an der auch Reifenbergs Sohn beteiligt war.
Die Jusos hatten Reifenberg mangelnden Aufklärungswillen vorgeworfen. Der komplette Stadtvorstand mit Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) an der Spitze und auch die SPD distanzierten sich umgehend von den Rücktrittsforderungen, die CDU nannte sie „absurd“.
Die Linksjugend betont, dass sie nicht das Festival an sich kritisiere, sondern den zweifelhaften Umgang Reifenbergs mit städtischen Fördergeldern. Die wahren Vorgänge würden „vertuscht“, sagt Linksjugend-Sprecher Jonah Helfert. Die für Spätsommer geplante zweite Festivalausgabe sollte als Sprungbrett für lokale DJs und Künstler genutzt und die Natur an der Großen Blies geschützt werden, so Helfert.