Ludwigshafen Reaktor rollt

Der nächtliche Transport stieß auf großes Interesse. Auch das Fernsehen war vor Ort (ganz links im Bild).
Der nächtliche Transport stieß auf großes Interesse. Auch das Fernsehen war vor Ort (ganz links im Bild).

Auf vielen Rollen hat in der Nacht auf Freitag der Phosgen-Reaktor seinen Weg ins BASF-Werk gefunden. Mit einem Schwertransport legte er die letzten Meter vom Rhein bis zu Tor 11 zurück.

BASF und Polizei melden einstimmig, dass der Transport ohne Probleme verlaufen sei. Damit das große Gefährt sicher zu seinem Bestimmungsort gelangt, mussten unter anderem die Brunckstraße bis Tor 3 und in der nördlichen Verlängerung auch die L 523 gesperrt werden. „Es wurde etappenweise gesperrt“, erklärte ein Polizeisprecher. Beginn war um 21.30 Uhr, ab 2.50 Uhr war die Strecke wieder komplett befahrbar. Der Schwertransport wurde von Polizeifahrzeugen eskortiert. Vier Beamte seien im Einsatz gewesen. Der Schwertransport fuhr gegen die Fahrtrichtung, um die Kurven sicher nehmen zu können. Um Mitternacht erreichte das Fahrzeug mit dem Phosgen-Reaktor Tor 11, wie eine BASF-Sprecherin am Tag danach sagte. Gleichzeitig fand noch ein zweiter Schwertransport ins Werk statt, zu dessen Inhalt vom Chemiekonzern jedoch keine genaueren Angaben gemacht wurden. Im Jahr 2016 organisierte die BASF rund 250 Schwertransporte, wobei ein Teil davon ausschließlich werksinterne Strecken befuhr. Wenn öffentliche Straßen zum Streckenverlauf gehören, werden meist Nachttermine gewählt, um den regulären Verkehr so wenig wie möglich zu behindern. Aus dem Stoff TDI werden unter anderem Schäume für Matratzen hergestellt. Die Anlage im Ludwigshafener Werk hätte eigentlich bereits Ende 2014 voll in Betrieb gehen sollen. Stattdessen folgte eine Pannenserie, bei der zunächst das giftige Zwischenprodukt Phosgen aus dem ursprünglichen Reaktor austrat und später verunreinigtes TDI hergestellt wurde. Auch bei der BASF-Bilanzpressekonferenz am Dienstag war die TDI-Anlage ein wichtiges Thema. „Wir haben den Ehrgeiz, die Anlage so schnell wie möglich hochzufahren“, sagte der Vorstandsvorsitzende Kurt Bock. Einer Unternehmenssprecherin zufolge soll das im zweiten Quartal dieses Jahres passieren. Wirtschaft

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