Ludwigshafen Rückkehr in die Oberliga

Mutterstadt. Aufsteigen ist schön. Noch besser ist es, wenn die Perspektiven eines Vereins so sind, dass der Aufstieg auch Sinn macht. Beim TC Mutterstadt herrscht Freude über die Rückkehr des Herrenteams in die Oberliga. Zudem sind genug Talente da, um in Zukunft in die Fußstapfen der Männer zu treten.
Im vergangenen Jahr hatte das Team um Mannschaftsführer Julian Rieck einen Abstieg zu verdauen, der unglücklicher nicht hätte sein können. So hat eine gehörige Portion Trotz in diesem Jahr mitgespielt. In ihrer Verbandsliga-Gruppe galten die Mutterstadter als Aufstiegsanwärter. Und das Team ist dem Vorschusslorbeer auch gerecht geworden. Sechs Siege stehen in sechs Spielen zu Buche: Heimsiege über den TC Boehringer Ingelheim (12:9), den VfL Bad Kreuznach (21:0) und am vergangenen Sonntag den TSV Schott Mainz II mit dem ehemaligen Landesmeister Steffen Hillenmeier (17:4) sowie die Auswärtssiege beim BASF TC Ludwigshafen III (17:4), in Maxdorf (21:0) und in Neustadt (18:3). „Ich glaube, dass die Oberliga in diesem Jahr etwas schwächer war, weil es keine Doppelspieltage mehr gab. Da hätten wir im Mittelfeld mitgespielt“, sagt Julian Rieck, der eine Einzelbilanz von 5:1-Siegen in diesem Jahr hat. Das Team um Profi Marek Jaloviec, der in Mutterstadt aufgewachsen ist und immer wieder gerne zurückkommt, muss sich in der höheren Klasse nicht verstecken. Sportwart Waldemar Nowrot sieht allerhöchstens Bedarf, einen dritten Ausländer zu verpflichten. In diesem Jahr ist der Kroate Josko Topic nur einmal da gewesen. Ansonsten haben die gespielt, die auch regelmäßig freitags im Training sind. Allen voran Nicolas Mayr (16), der an Punkt zwei eine super Runde gespielt hat. Die Vorderpfalz-Auswahl komplettierten an Punkt drei der Schifferstadter Lucas Heiser und der Speyerer Daniel Steigleiter an Punkt vier. Lucas Heiser ist als Zwölfjähriger nach Schifferstadt gekommen und als Tennisspieler beim damaligen Trainer in Schifferstadt, Roger Langknecht, groß geworden. Der Wormser Student (BWL und Außenwirtschaft) hat in seiner ersten Saison beim TCM auch nur einmal dem Gegner gratulieren müssen. Seine Leistung lässt sich vielleicht auch am Wohlfühlfaktor festmachen. „Ich habe so was wie hier vorher noch nicht erlebt. Es kommen regelmäßig 50 Zuschauer zu unseren Spielen, und viele von ihnen fahren auch auswärts mit. Es macht richtig Spaß hier“, sagt der lange Blondschopf, der zu den vielen Spielern gehört, die ihr Glück in den USA suchen. Allerdings steht das Tennis bei Lucas Heiser nicht im Vordergrund. Wenn er im August für vier Monate nach Texas aufbricht, wird er seine Tennisschläger mitnehmen. Aber das Team seiner Uni gehört zu den Top 10 in den USA. Da hofft er, zumindest mittrainieren zu können. Voller Zuversicht blickt Trainer Marcelo Manola in die Zukunft. „Wir haben viele Talente und das Schöne ist, sie sind auch jeden Tag hier auf der Anlage. Da weiß man, wo sie sind.“ Die Jüngsten waren am Sonntag auch da – und haben in der D-Klasse als Mutterstadt IV das Derby gegen den TC Limburgerhof mit 18:3 für sich entschieden. (cka)