Seitenwechsel RHEINPFALZ Plus Artikel Psychologie und harte Linie am Beckenrand

Klare Ansage…
Klare Ansage…

Raffinierter Trainer

Wenn Trainer an die Disziplin ihrer Schützlinge appellieren, ist bei allem Durchsetzungsvermögen auch ein wenig pädagogisches Feingefühl für den Gemütszustand der jeweiligen Charaktere gefragt. So hat es durchaus schon (zumindest einen) Fußballtrainer gegeben, die die Zockermentalität eines Spielers ausnutzten, den nach fünf gespielten Minuten Verwarnten und ständig weiter provozierenden und meckernden Akteur an die Seitenlinie riefen und mit ihm um 100 Euro zu wetten, dass derjenige heute vom Feld verwiesen wird – der Zocker von Fortuna Heddesheim machte im Anschluss eines seiner fairsten und auch besten Spiele, kassierte grinsend den Wetteinsatz.

Pierre Hilbich, Trainer der Wasserballer des WSV Vorwärts Ludwigshafen, ist ebenfalls ein großer Freund der Disziplin. Erst recht natürlich im Spitzenspiel gegen den SV Cannstatt. Und auch er rief den lautstark lamentierenden Johannes Schmitz an den Beckenrand. Ob er bei dem ehemaligen Mannschaftskapitän mit Geld etwas erreicht hätte, blieb offen.

Hilbich wählte stattdessen das letzte Mittel: „Wenn Du jetzt nicht die Klappe hältst, dann sag ich es Deiner Mutter!“ Das zeigte Wirkung. Ein Lachen entspannte die Situation und Schmitz durfte nach einer kurzen Verschnaufpause zurück ins Wasser und war in der Folge wieder überaus fokussiert.

Genervter Schiedsrichter

Wasserball ist eine Sportart mit einem durchaus komplizierten Regelwerk. So kompliziert, dass Lennart Löscher, Mannschaftskapitän des SV Cannstatt, zur Sicherheit noch einmal nachfragte: „Wirklich für alle?“ Ja, tatsächlich hatte Schiedsrichter Daniel Waas nach 23 Sekunden im Schlussviertel gerade der gesamten Mannschaft des SV Cannstatt die gelbe Verwarnungskarte gezeigt, war des ständigen Lamentierens im Wasser und vom Beckenrand ganz offensichtlich müde.

Mit seiner Aktion sorgte Waas zunächst einmal für Verwirrung, denn seine Handlung war auch für erfahrene Zuschauer und auch die Spieler eher unüblich. Pierre Hilbich, Trainer des WSV Vorwärts Ludwigshafen, kannte die Konsequenz der Schiedsrichterentscheidung: „Sobald dann noch einmal jemand der betroffenen Mannschaft meckert, bekommt er als persönliche Strafe rot, ergo Ausschluss mit Ersatz.“ Immerhin als persönliche Strafe. Eine kollektive rote Karte gibt es auch im Wasserball nicht.

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